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  "writing": "Kapitel 1\nNeuanfang\n\nDie Spätsommersonne stand noch tief, es war kühl, würde aber ein schöner Tag werden.\n‚Typisch‘, dachte Nick. ‚Erster Schultag und dann so`n geiles Wetter!‘\nEr schaute aus dem Fenster. Von überall strömten Schüler die kleine Anhöhe hinauf, auf der sich das Robert-Falk-Gymnasium befand. Er hatte das Gelände schon vorab besichtigt, vor etwa zwei Wochen, kurz, nachdem seine Mutter mit ihm hier hergezogen war. Es war komisch, diese Zusammensetzung aus Backsteinbauten, einer großen Turnhalle, einigen Spiel- und Klettergeräten und einem parkähnlichen Übergang in den Oberstufentrakt sollte von nun an seine neue Schule sein. Er vermisste seine alten Freunde schon jetzt, zumindest die, die er als Ehestes als solche bezeichnet hätte, denn seit er denken konnte, war Nicolas eher ein Einzelgänger gewesen. Seine Freundschaften waren an einer Pfote abzählbar. Auf die erste Begegnung mit seinen neuen Klassenkameraden war er somit überhaupt nicht heiß.\nSeine Mutter spürte seine Anspannung, wie immer hatte sie einen sechsten Sinn dafür; oder hörte sie einfach nur seinen aufgeregten Herzschlag? „Mach dir keine Sorgen, Nicolas, dein neuer Rektor hat mir versichert, dass du in eine total nette Klasse kommst.“ „Ja klar,“ murmelte der Kater. Er kannte das, in der Schule wurde doch eh nur gelästert. In seiner alten Klasse war er der Kleinste gewesen, sodass er schon bald den Spott all seiner Mitschüler auf sich sitzen hatte. Dabei war er lediglich später entwickelt, als der Rest des lästernden Fusselhaufens. Vielleicht hätten sie nur halb so viel Wind um ihn gemacht, wenn er ein Eichhörnchen oder eine Maus gewesen wäre, aber als Kater der Kleinste zu sein war schon eine undankbare Position. Im letzten halben Jahr hatte er endlich einen Wachstumssprung hingelegt, er maß jetzt fast 1,50m und sein Stimmbruch war im Kommen. Vielleicht hatte seine Mutter ja recht und er würde dieses Mal nicht in die Opferrolle rutschen. Er rieb sich nervös die Pfoten. Die Oberseiten waren von einem dunklen Orange bedeckt, durch das sich wiederum bräunliche Querstreifen zogen. Diese Fellfärbung setzte sich fort über die Mitte seines Rückens sowie die Oberseite der Arme, Beine und des Tails. Sie endete auf dem Kopf und färbte auch sein Haupthaar orangebraun. Der Rest seines Körpers war hell, fast weiß mit einer Nuance Beige.\nDer Wagen hielt und sie drückte ihn an sich. \n„Mama, nicht!“ beschwerte er sich. „Wenn die sehen, wie ich meine Mutter drücke, kann ich mich gleich aufhängen.“\n„Ich will dir doch nur Mut machen und viel Glück wünschen.“\nNick befreite sich aus der Umarmung. „Jaja, haste ja nun.“ Er schnappte sich seinen Rucksack und stieg aus der Tür des alten Nissan.\n„Denk dran, du sollst dich im Sekretariat melden.“\n„Ja Mama,“ kommentierte er mit rollenden Augen. Kurz darauf stand er alleine vor dem Haupttor und ließ die Szenerie auf sich wirken.\nIm Grunde, stellte er fest, unterschied sich diese Schule nicht wirklich von seiner bisherigen. Zugegeben, die Gebäude standen beengter und waren höher, aber das Gesamtbild, das sich ihm sonst bot, war wenig überraschend: In kleinen Grüppchen standen Schüler unterschiedlichen Alters. Die Kleineren, gerade erst dem Welpenalter Entwachsenen tauschten Sticker oder irgendwelche Sammelkarten, Jugendliche von dreizehn Jahren etwa, wie er selber auch - vielleicht waren sie auch vierzehn - unterhielten sich lautstark, grölten und lachten. Ein Gepard jagte gackernd einem Wiesel hinterher, das er kurz darauf auch am Ranzen packte und sich dann spielerisch von ihm wegschubsen ließ. „Verpiss dich Alter, du bist halt schneller, hab`s gepeilt.“\n„Dann hör` auf, mich immer herauszufordern.“\n„Hab ich gar nicht, ich ...“ und dann waren sie außer Hörweite. Noch ältere Mädchen hatten einen großen Tratschkreis gebildet und redeten scheinbar gleichzeitig aufeinander ein, während ihre Finger über die Displays ihrer Smartphones huschten. Sie erinnerten Nick an seine Schwester, auf die vermutlich an ihrer neuen Schule gerade die gleichen Eindrücke einprasselten. Anders als er, ging sie auf eine Realschule, da sie, vor zwei Jahren etwa, mit dem Stoff auf dem Gymnasium überfordert und kurz davor war, nicht versetzt zu werden.\nWeit entfernt von ihm, in Richtung Oberstufengelände, sammelten sich die bereits erwachsenen Schüler. Einige fuhren sogar mit dem eigenen Auto vor. Er atmete tief durch; das war es also!\nGerade als er losgehen wollte, tauchte ein dunkler Schatten neben ihm auf und jemand rempelte ihn grob von der Seite an. Als er sich umdrehte, sah er einen Timberwolf und seine zwei Begleiter, einen finster dreinblickenden Marder mit mehreren Piercings durch beide Ohren und eine weibliche Hyäne, die ihm, fies grinsend, ihre gelben Zähne zeigte. Sie war kräftig gebaut und groß für ihre Spezies und Alter und machte nicht weniger Eindruck als der Wolf in der Mitte, wenn auch ihre Masse mehr Fett als Muskeln zu sein schien.\n„Ey, was soll die Scheiße?“ raunzte sie ihn an.\nNick wusste gar nicht, wie er antworten sollte, er hatte doch nur hier gestanden. Am Besten, er hielt sich fern von solchen Primitivlingen, die suchten doch nur Ärger.\n„Ich ... ´tschuldige,“ brachte er hervor und drehte sich um, in der Masse zu verschwinden. \n„Was, du glaubst mit ´ner verfickten Entschuldigung is` gut, oda was?“\nNick spürte ihre Blicke, alle Drei gingen ihm nach. Das fing ja klasse an, jetzt würde er an seinem ersten Tag gleich verprügelt werden? Hinter sich hörte er die Stimme der Hyäne bedrohlich laut werden.\n„Bleib stehn, du Wichser!“ forderte sie ihn auf. Jetzt schien offensichtlich, dass sie der Anführer der Rowdygang war.\n‚Nur weg hier!‘\nNick wartete, bis er an einer Gruppe Jugendlicher vorbeiging und rannte, sobald er den Letzten von ihnen passiert hatte, hart nach rechts. Sein Fluchtversuch dauerte nur wenige Sekunden an, offenbar hatte das Trio damit schon gerechnet, denn er lief dem Timberwolf geradewegs in die Arme. Wie auf Beton prallte er gegen dessen Brustkorb und torkelte überrascht zurück. Der Kanide versetzte ihm einen groben Stoß gegen die Schulter, worauf Nick endgültig den Halt verlor und hintenüber fiel.\nEr landete unerwartet sanft, schwarz-weiße Arme fingen ihn auf. Sein Retter trat einen Schritt zurück, um nicht selber vom Gewicht des Katers umgerissen zu werden und half ihm auf.\nEs dauerte zwei Sekunden, bis der sich orientiert hatte, seine Gedanken wirbelten durcheinander.\n„Ey, sucht euch jemanden von eurer Größe zum Draufrumhacken!“\nDer Timberwolf baute sich bedrohlich auf und fletschte die Zähne. Dann sah er sich um. Eine Traube von Schülern hatte sich gebildet, die das Geschehen höchst interessiert beobachteten, mindestens ein Mädchen filmte mit ihrem Handy.\n„Pass auf, wo du rumstehst,“ knurrte der Lupine Nick an. Die Hyäne sammelte ihre Kumpanen ein und sie walzten sich ihren Weg durch die Menge.\n„Alles okay, Kleiner?“ fragte dieselbe Stimme, die dem Wolf soeben Paroli geboten hatte. Die Schwarz-weißen Arme ließen ihn los, er stand wieder auf eigenen Beinen.\n„J-ja,“ bestätigte Nick. Die übrigen Schüler verloren das Interesse und verteilten sich wieder. Er drehte sich um. Vor ihm stand ein ausgewachsener Border Collie, er schien einige Jahre älter als er selber, vermutlich sogar volljährig. Zwar maß auch er nur knappe 1,75m, aber er war in Begleitung von zwei Mardern, die den Flüchtenden grimmig hinterher blickten.\n„Mach dir keine Sorgen, das sind Idioten, die fette Tina fliegt wohl eh bald und die anderen lungern meist nur hinter`m Oberstufenhaus und rauchen.“ Er musterte den Kater. „Du bist nicht alt, oder? Gehst du bei Flo in die Klasse?“\n„Nein, das heißt, ich weiß nicht,“ antwortete Nick. „Ich habe heute meinen ersten Tag hier.“\nDie Glocke klingelte, nur noch fünf Minuten bis Schulbeginn.\n„Ich bin Siebte, aber weiß noch nicht, welche.“\nDer Collie reckte sich, als suche er jemanden. „Rob, siehst du Flo?“\nEiner der Marder verschwand zwischen den Leuten und kam nur Sekunden später mit einem jüngeren, etwas dunklerem Border Collie in Schlepptau zurück. Er schien im selben Alter zu sein, wie Nick, sein Welpenflaum war beinahe vollständig durch glattes, zart glänzendes Fell ersetzt. „Öhm ... hi?!“ begrüßte er den Kater. Auch er war im Stimmbruch, vermutlich sogar etwas länger als Nick.\n„Ha-hallo, ich bin Nico ... Nick.“\n„Hallo Nico-Nick,“ lächelte der jugendliche Kanide ihn an. „Ich bin Flo ... nur ein Mal.“ Sein Grinsen wirkte, trotz, dass er Nicks stotternde Unsicherheit veräppelte, nicht herablassend, eher freundlich-lustig. Dann drehte er sich zu dem größeren Border Collie um - vermutlich seinem Bruder. „Was`n los?“\n„Nick ist neu hier und hatte etwas Ärger mit Tina. Er sagt, er geht in die Siebte, da dachte ich, dass du ihm vielleicht helfen kannst, seine Klasse zu finden?“\n„Äh ...?“ Flo wandte sich ihm zu. „Ich ging in die Siebte, ab heute bin ich in der Achten.“ „Ja, ich auch,“ bestätigte Nick. Klar, nach den Sommerferien war er ja nun auch in der Achten.\nDer Jüngere lächelte ihn an. „Na dann, okay, komm ich bring dich hoch. ‚A‘, ‚B‘ oder ‚C‘?“\n„Ich ... keine Ahnung, ich soll ins Sekretariat.“\n„Also Richtung Lehrerzimmer!“ Der Kanide griff seine Pfote und zog Nick mit sich. „Chiao Dan, bis nachher,“ verabschiedete er sich von seinem Bruder.\nDem Feliden war nicht wohl dabei, so Pfote in Pfote durch die Pausenhalle zu eilen, es fühlte sich falsch an, zwei Jungs ihres Alters hielten sich nicht an den Pfoten. Die Wärme des Kaniden, die seine Finger berührte, wirkte indes jedoch wie eine beruhigende Injektion und setzte sich durch seinen Arm fort. Er fühlte sich nicht mehr ganz so ziellos auf der Suche nach seiner neuen Klasse, er brauchte nur der Wärme folgen.\nFlo huschte vorbei an Snackautomaten und Glasvitrinen mit Holzrahmen, in denen Ehrenurkunden, Fotos und Pokale von allerlei Sportevents und Schulturnieren ausgestellt waren. Die meisten Schüler strömten bereits in Richtung der unterschiedlichen Klassenräume.\nKaum waren Flo und Nick am Sekretariat angekommen, wurde der Kanide von einem Lehrer angesprochen, der sich zwar kurz dessen Begründung anhörte, warum er hier war und nicht bereits vor seinem Biologieraum, ihn aber trotz seines triftigen Grundes (nämlich Nick zu begleiten) mitnahm.\n„Cya, Nick, vielleicht kommst du ja auch in die 8B,“ rief er dem Kater im Weggehen zu, dann war er verschwunden.\nDie alte Sekretärin, eine Eule mit endlos großen, tiefen Augen, tippte umständlich auf ihrer Tastatur. Genervt rollte Nick die Augen. Was war so schwer daran, einfach nur zügig einen Computer zu bedienen? Seltsamerweise wollte er seit seiner Begegnung mit Flo nur noch in seine Klasse. Wer weiß, vielleicht käme er ja tatsächlich in die 8B? Die Chancen standen eins zu zwei.\nDer Kanide war in der kurzen Zeit sehr nett zu ihm gewesen, er hatte ihn nicht wegen seiner Größe oder irgendetwas Anderem verarscht, sondern war, im Gegenteil, unvoreingenommen nett zu ihm gewesen. Er war Nick sehr sympathisch. Womöglich sah Flo die Sache ja genauso und die beiden würden sich anfreunden?\nSo schnell, wie diese Hoffnung entstanden war, so schnell wurde sie auch von seiner eigenen Unsicherheit weggefegt: Das würde eh nichts, der Collie hatte bestimmt genug Freunde. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit wieder seiner momentanen Situation zu.\nHoffentlich beendete die Alte ihr erbärmliches 2-Finger-Suchsystem bald und würde ihm endlich sagen, welche Klasse für ihn vorgesehen war. Eine Minute später erfüllte sich dieser Wunsch.\nNick kam nicht in die 8B. Die Alte erklärte ihm, dass er zwar für diese Klasse vorgesehen war, man ihn nach Ferienende stattdessen jedoch in die durch Nichtversetzung und Schulwechsler geschwächte 8A steckte. Bereits nach zehn Minuten dort wusste er, wieso diese Klasse so viele schwache Schüler hatte: Bis auf wenige ruhige Ausnahmen waren vieles Chaoten und die Lehrer schienen dies zu wissen und resigniert zu haben. Der Lärmpegel war lauter als in seiner alten Klasse, so viel stand schon mal fest.\nBereits während seiner Vorstellung dichteten eine Farbratte und ein Frettchen aus der Nagerecke seinem Namen das von ihm verhasste ‚i‘ an und zogen ihn vor allen Anderen als ‚Nicci‘, dem Namensgeber dieser übertrieben niedlichen Plüsch-Schlüsselanhänger auf. Die Lehrerin, eine recht junge Wölfin mit hellgrau - beigefarbenem Fell setzte ihn neben Korky, einem Waschbär, der ihn zwar nicht mobbte, dafür aber auch zu nichts Anderem zu Gebrauchen schien. Er hielt sich aus dem lauten Treiben heraus und kritzelte lieber in sein Heft. So verbrachte Nick seine erste Doppelstunde Physik hauptsächlich schweigend und lesend. Korky, der in Wirklichkeit Daroslav Korkinski hieß, schob ihm während der ersten Fünfminutenpause den Stundenplan zu und er schrieb seinen zukünftigen Tagesablauf ab.\nIn der ersten Pause stellten sich ihm mehrere Jungs vor, die mit Korky mehr oder weniger zu verkehren schienen. Keiner davon war aus der 8A und auf einer Wellenlänge mit Nick schien auch keiner zu sein. Zugegeben, sein Hobby war bei Weitem nicht so mainstreamtauglich, wie z. B. Fußball. Der Kater guckte alles, was mit Science-Fiction zu tun hatte; ob Battlestar Galactica, Babylon 5 oder diverse Star Trek-Varianten, er kannte sie alle. Zwar war er nicht verrückt genug, ein wild sammelnder Trekki zu sein, aber es reichte, um Sci Fi auch zu lesen und wann immer man in einem PC-Spiel ein Raumschiff durch ferne Welten steuern konnte, war er dabei. Hier in dieser neuen Umgebung verschwieg er diese Leidenschaft bewusst.\nDie zweite Doppelstunde verlief ähnlich, die Klassenchaoten zeigten außer einem gelegentlichen Kichern in seine Richtung kein weiteres Interesse an ihm und mit Korky oder Anderen wollte er sich an seinem ersten Tag nicht allzu sehr auseinandersetzen. Er hatte Gemeinschaftskunde, was hier alle nur mit ‚GMK‘ abkürzten. Nick fand das holprig, er mochte das an seiner alten Schule übliche ‚GeKu‘ lieber. Dann kam die große Pause. Der Kater aß seine Salamisandwiches und unterhielt sich erneut mit dem Waschbären, während der Rest seiner Klasse die Zeit auf dem Pausenhof verbrachte. Kurz vor Beginn der fünften Stunde entschuldigte er sich und streifte durch die überfüllte Pausenhalle. Er hoffte, Flo über den Weg zu laufen, aber der schwarz-weiße Collie war nirgends zu sehen. Nach kurzer Zeit gab er auf und ging zum Klassenraum der 8A. Der Donnerstag endete mit einer Doppelstunde Mathe nach der Siebten.\nAls alle Anderen bereits aus der Klasse stürmten, sprach der Lehrer, Herr Weinberg, ein Dachs mittleren Alters ihn an und stellte sich als sein neuer Klassenlehrer vor. Er fragte, ob der Kater außerschulische Interessen hätte, es gäbe da verschiedene Gruppen und Kurse, wie den Chor, eine Biotop-AG, die Sonnen-AG für Sternkunde und Astronomie und verschiedene andere Projekte, die auch helfen würden, sich in der neuen Umgebung schneller einzugewöhnen. Nick bedankte sich und versprach, über eine Teilnahme an der Sonnen-AG nachzudenken.\nHalb drei verließ er das Schulgelände. Seine Mutter würde ihn nicht abholen, er hatte sich die Busverbindung rausgesucht und musste sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln selber behelfen. Die Haltestelle dazu befand sich genau vor dem Haupteingang. Die meisten anderen Schüler hatten einen Bus vor ihm genommen, weil er so lange aufgehalten worden war, so stand er nun recht einsam neben dem Halteschild, als er wie aus dem Nichts Florian auftauchen und über die Straße huschen sah. Er stellte sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf, es schien, als habe der Collie von heute Morgen ihn nicht bemerkt. Nick beobachtete, wie er auf seinem Smartphone tippte, bevor er es in die Hosentasche gleiten ließ. Sein schwarzes Gesicht wurde von einem großen weißen Fleck durchzogen, der einen Teil seiner Schnauze und Wange umfasste und sich unter dem Saum seines T-Shirts fortsetzte. Seine linke Pfote war schwarz, die Rechte schwarz-weiß. Der Tail hing schlaff hinab, auch er war überwiegend schwarz, aber aus seiner Perspektive konnte Flo eine weiße Spitze erkennen.\nWie weit setzten diese Flecken sich wohl fort? Hatte er einen weißen Bauch? Nick schüttelte den Kopf und sah weg. Wie kam er dazu, über die Fellzeichnung eines fremden Jungen nachzudenken?\n„Hey!“ ertönte eine ihm vertraute Stimme. Der Collie war auf ihn aufmerksam geworden und winkte ihm zu.\n„Hey!“ antwortete Nick. Nur zaghaft hob er eine Pfote. \nFlo sprang auf, guckte links und rechts und rannte dann zu ihm über die Straße. „Na, wie war dein erster Tag?“\n„Geht so.“ Der Kater war schüchtern, das kannte er schon. „Ich bin in der 8A.“\n„Schade, dass du nicht in die B gekommen bist. Wär` bestimmt lustig.“\n„Ja, naja, kann man nichts machen.“\n„Und wie ist die A? Chaotisch, nicht?“\nDer Kater nickte, besser konnte man es kaum beschreiben. „Jo, sind da nur solche Vollidioten?“\n„Die meisten. Musst halt gucken, ob du da wen findest, mit dem du klarkommst.“\nNick überlegte. Eigentlich wollte er das nicht wirklich, so hundertprozentig warm wurde er nach seinem ersten Eindruck nach mit niemandem dort. Aber Freunde brauchte man immer. Er nahm sich vor, den Freitag als zweiten Eindruck abzuwarten und sich dann zu \nbeginn der nächsten Woche auf seine Mitschüler einzulassen. „Jop!“\n„Hey, sag mal wo kommst du eigentlich hier?“\nFlo erzählte, dass er mit seiner Mutter aus einer anderen Stadt hergezogen war, weil sie sich nur so räumlich von ihrem Ex trennen konnte. „War ´ne miese Trennung, er hat ständig versucht, sie zurückzugewinnen. Voll stressig!“ Die Drohungen und die schrecklichen Wochen danach, in denen die Polizei Peter letzten Endes wegen Stalking und Hausfriedensbruch festgenommen hatte, ließ er absichtlich weg.\n„Krass, Neuanfang quasi?“\n„M-hmh.“\n„Und wie lange seid ihr schon hier?“\n„Seit zwei Wochen etwa,“ antwortete Nick. Dann fügte er hinzu: „Ist ganz nett hier.“\n„Geht,“ stellte Flo fest. „Hey wart` mal, hast du nachher noch Zeit?“\nDer Kater wusste zuerst nicht was er antworten sollte. Wollte der Colliejunge sich etwa mit ihm verabreden? „Sorry, nee, später kommt meine Schwester und wir packen noch Kartons aus.“\nFlo ließ enttäuscht seine Ohren hängen, wenn auch noch nicht völlig. „Und jetzt?“ fragte er hoffnungsvoll.\n„Jetzt?“ fragte Nick ungläubig. \n„Ja, nicht lange, nur zum Kiosk, Eis essen oder so ...“\nDer Kater überlegte. Seine Mutter erwartete ihn bis spätestens 16:30 Uhr zurück, weil bis zum Ende unklar gewesen war, wie lange sein erster Schultag dauern würde. Der Bus brauchte laut Internet nur zwanzig Minuten ... „Okay, eine Stunde hab` ich.“\n„Cool, Stunde klingt gut. Da könnten wir sogar ...“ Flo rieb sich die Nase. „... ja klar, komm mit.“ Er sprang auf.\nNur zehn Minuten später standen sie vor einer kleinen Eisdiele, über der ein Schild Prangte ‚JET - Jenny‘s EisTresen‘. Eine junge Igeldame stand hinter der Kühltheke und bereitete mit vielen Früchten dekorierte Eisbecher zu. „Hi Jen!“ begrüßte der Collie sie.\n„Oh hi, Florian. Das Übliche?“\nFlo`s Ohren zuckten. Er nickte und sah aus als würde er sich dafür genieren. Offenbar aß er hier öfters ‚das Übliche‘. Verlegen grinste er, als er merkte, dass Nick ihn anschmunzelte. Jenny begann durch die verschiedenen Fächer zu kramen und stellte einen appetitlich aussehenden Schokobecher zusammen, sprühte Sahne, verteilte Karamellsoße und am Ende bunte Streusel obendrauf. „Keine ... Streusel,“ beendete Flo seinen Einspruch. Er kam zu spät, Jenny hatte den farbenfroh gesprenkelten Eisbecher bereits rübergeschoben.\nNick beäugte die knallbunte Leckerei und kommentierte: „Süß!“ Unter dem weißen Teil seiner Schnauze konnte Nick erkennen, wie sein Gegenüber rot wurde. Erneut grinste er nur.\nDem Kater gefiel die Gesellschaft seines neuen Freundes schon jetzt - war er tatsächlich mit ihm befreundet? Vielleicht war es etwas früh, dass er darüber nachdachte. Er wühlte durch sein Portemonnaie und stellte fest, dass sein Geld für mehr als eine Kugel nicht reichen würde. Egal, wenigstens konnte er sich überhaupt eine leisten.\n„Ein Mal Schokolade, bitte,“ bestellte er. \n„Nimm mal ´nen Becher, die schmecken richtig lecker,“ forderte Flo ihn auf.\nUnbehagen breitete sich in Nicks Bauch aus. „Hab nicht genug Geld mit.“\n„Oh, okay?! Jenny? Machst du ihm bitte eine Schokobombe, die geht auf mich, dann.“\nDer Felide machte große Augen. „Du lädst mich ein?“\n„Kein Problem, ich hab` grad Taschengeld bekommen. Du kannst ja den nächsten Becher zahlen wenn du willst.“\n„Gerne.“ Nick strahlte. Seine bisherigen Freunde hatten sich nie so nett verhalten, speziell nicht, wenn es um Geld ging. Daran würde er sich erst gewöhnen müssen. „Meinen aber bitte ohne Streusel.“\n„Alles klar, Kleiner,“ zwinkerte Jenny ihm zu und lächelte erst ihn, dann Flo an. Der grummelte ob der Neckerei, guckte zerknirscht aus der Wäsche und bemühte sich, zuallererst die bunte Dekoration aufzuschlecken.\nKurz darauf waren die Streusel längst vergessen, Flo führte sie in den angrenzenden Stadtpark, wo sie sich auf die Wiese legten und genüsslich ihr Eis schlabberten. Der Collie fragte, wo genau er jetzt wohnte. Nick erzählte von der kleinen Doppelhaushälfte, das seine Mutter mit Hilfe einer gekündigten Lebensversicherung angezahlt hatte und in den nächsten Jahren wie zu den Raten einer teuren Miete abstottern würde. Dann sprachen sie erneut über die 8A und der Kanide lachte, als er hörte, wie chaotisch es in Nicks Klasse zuging. „Ja, die A hat da so ihren Ruf weg ... zurecht. Aber mach dir nichts draus, wenn du willst, können wir in der Pause abhängen.“\nDer Kater blickte von seinem beinahe leeren Eisbecher auf. Ein Rest Sahne hing ihm an den Lippen. „Mit dir?“\n„Klar,“ strahlte Flo ihn an. „Ich mag dich.“\nNick machte große Augen. ‚Ich mag dich?‘ Was ging denn jetzt ab?\nScheinbar im selben Moment bemerkte auch Florian, wie zweideutig diese Äußerung rübergekommen war. „Also ... du bist nett, ich meine ...“\nDer Kater lachte verlegen. Was für ein unangenehm schwuler Moment für Flo, aber auch für Nick. Seine Ohren kribbelten, er wollte die Situation auflockern. „Hey, ist da was in deinem Eis von dem ich nix weiß?“ grinste er. „Was? Also ... nein, was sollte ...?“\n„Schönen Schuss Vodka, dass du so redest oder so?“ Flo verstummte und ließ seinen Kopf sinken. Er betrachtete beschämt seine Krallen, die den leeren Pappbecher hielten. Hatte Nick zu viel gesagt? Der Collie tat ihm leid, er war ruhig und zitterte leicht. Beinahe wirkte er, als kämpfe er mit einer unangenehmen Erinnerung. „Flo? Hab` ich ...?“\nNach einer kurzen Pause berappelte sich der junge Collie und schüttelte entschlossen den Kopf. „Nee, sorry, hab` mich nur blöd ausgedrückt.“\n„Macht nix, ich weiß was du meinst, mag dich auch,“ bestätigte er. Geteiltes Leid war halbes Leid. Sein Satz klang mindestens genauso schwul, das sollte doch jetzt helfen. Es half! Sie berappelten sich und tauschten weiter Details ihres Lebens aus. Beide skateten gerne, surften gelegentlich im Internet und hatten noch keine Freundin. Flo zeigte sogar Interesse an Nicks Science-Fiction Hobby und gestand, dass er noch immer ‚Magic‘ spielte, das Sammelkartenspiel. Auch wenn an seiner Schule nur Jüngere das viel massentauglichere Yu-Gi-Oh spielten, so hatte er seine Karten für eine regelmäßige Spiel- und Sammelgruppe in einem örtlichen Fantasyladen.\n„Hey, wenn du willst können wir ja morgen zusammen skaten,“ schlug Flo vor.\nNick war begeistert von der Idee, nur klang die Skatebahn, von der der Kanide berichtete alles Andere als leicht. Bisher war er mit seinen Inlinern nur auf geraden Straßen gefahren. „Hm, gerne, aber du musst mir das langsam beibringen.“\n„Und du zeigst mir dafür mal eine Sci-Fi-Serie.“ Flo hielt ihm die Pfote entgegen.\n„Deal!“ Nick schlug ein. „Äh, sag mal hast du Schoner für mich?“\n„Klar, brauchst du auch einen Helm? Ich hab` alles doppelt.“\n„M-joar.“\nSie verabredeten sich für morgen direkt nach der Schule.\nNach einer weiteren halben Stunde verabschiedete Nick sich und stieg in seinen Bus. Die ganze Fahrt dachte er über seinen neuen Freund nach. Sie waren doch jetzt befreundet?! Doch, ja, Florian hatte ihm sogar ein Eis spendiert, für das der Kater sich gleich am nächsten Tag revanchieren wollte.\nAls er aus dem Bus stieg kam es ihm vor, als betrete er eine andere Welt. Die vergangenen zwei Wochen war ihm das kleine Haus in dem sie zu Dritt renovierten und wohnten wie etwas Neues, Fremdes vorgekommen, fast so, als würden sie nach einer vorbestimmten Zeit wieder abreisen und er käme zurück in die ihm vertraute Heimat. Jetzt aber kam er aus der Schule, einem noch viel neueren und unbekannteren Ort. Im Gegensatz dazu bot ihm das Haus eine fast schon angenehme Vertrautheit. Ja, er fühlte sich auf gewisse Weise zu Hause. Hier würde sein Leben die nächsten Jahre verlaufen. Seine Mutter war noch bei der Arbeit. Er hoffte, dass sie es hier in der Distanz schaffte, sich von den anstrengenden Erlebnissen mit seinem Beinahe-Stiefvater Peter zu erholen. Beide, seine Schwester und er hatten über Monate mit ihr gelitten und zusammengehalten. Kurz vor dem Umzug hatten sich die Geschwister untereinander sogar versprochen, gute Kinder zu sein und ihr nicht unnötig Stress zu bereiten. \nSandra wühlte sich im Obergeschoss durch einen Karton voll mit Geschirr, das früher einmal im Wohnzimmerschrank gestanden hatte. Noch immer waren etwa zwanzig Kartons quer im ganzen Haus verteilt und warteten darauf, dass sie ausgepackt und ihr Inhalt auf Regale, Schränke oder andere Aufbewahrungsorte verteilt wurde.\n„Hey, Nicky, wie war`s?“ Sie war die Einzige, die ihn Nicky nennen durfte. „Hier, das kannste gleich auf`n Dachboden bringen.“\n„Hey, geht so.“ Er legte seinen Rucksack ab und schleppte eine offene Kiste mit Krimskrams die wackelige Leiter hinauf.\n„Bei mir sind alle ganz nett, ich hab` zehn neue Handynummern oder so. Und nächste Woche bin ich eingeladen zum Wellnessschwimmen.“ Sie strahlte stolz.\n„M-jo, ich bin morgen verabredet. Skaten.“\n„Cool, siehste? Und du hast gesagt, Klassenkameraden sind keine guten Freunde.“ Sie befreite goldrandiges Sonntagsgeschirr aus Zeitungspapier.\nNick öffnete einen Karton und klappte ihn gleich wieder zu als er sah, dass er voller Weihnachtsdekoration war: Ein Weihnachtskater, Rauschgoldkatzen, Sterne. Dafür war es noch etwas früh, also auch Dachboden. „Ehrlich gesagt, ist er kein Klassenkamerad. \nParallelklasse.“\n„Ach, das ist doch das Gleiche.“ Sie wurde ruhiger. „Wie geht`s Mama?“\n„Weiß nicht, ganz normal.“ Er erinnerte sich, dass er sie weggedrückt hatte, als sie ihn umarmen wollte und schämte sich für sein Handeln. „Schätze, sie braucht noch Zeit.“\n„M-hm. Hier, das kann in die Küche.“\nGemeinsam schafften sie drei weitere Kartons, bevor ihre Mutter nach Hause kam. Sie arbeitete bereits seit einer Woche in einer neuen Filiale ihrer Drogeriekette. Dankbar blickte sie auf die leeren Kartons und bereitete ihren leckeren Thunfisch-Nudelauflauf zu. Sandra und Nick erzählten auch ihr von ihrem ersten Schultag. Der Kater erweiterte seine Erzählung um Florian und ihren Abstecher in die Eisbar. Dann fragte er, ob er etwas Geld bekäme, um sich morgen für das Eis zu revanchieren.\n„Klar, geb ich dir dann mit. Schön, dass du einen Freund gefunden hast,“ freute sie sich. „Aber skaten auf einem Platz? Du weißt, ich mag es nicht, wenn du ohne Schoner fährst. Wenn du dir welche zum Geburtstag wünschst, aber der ist ja erst im Winter. Und ... so einfach aus der Reihe. Wir sind knapp bei Kasse. In einem Monat kann ich vielleicht ...“ „Die bekomm` ich von Flo,“ unterbrach Nick sie. \n„Oh? Na dann, viel Spaß euch morgen. Wie sieht`s aus mit Schulaufgaben?“\n„Nur Physik, mach` ich gleich noch.“\nKurze Zeit später saß er über seinem Heft und setzte sich mit Spannungen und Stromstärken auseinander. Er hatte keine Sorge, dass er mit dem Stoff an sich nicht hinterherkam, aber in der lauten Klasse würde es nicht einfach werden, dem Unterricht zu folgen. \nKönnte er die Klasse vielleicht irgendwie wechseln?\n‚Na, warten wir erstmal ab‘, entschied er. Obwohl der Gedanke, mit Florian in einer Klasse zu sein ihm schon verlockend erschien. Dieser Border Collie ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Noch nie zuvor hatte Nick über einen Freund / Mitschüler so viel nachgedacht. Immer wieder erschien das ehrliche kanidische Lächeln vor seinem geistigen Auge, sogar noch als er später mit geputzten Zähnen und ohne Kleidung im Bett lag. Dieser weiße Fleck, der sich am Hals des Hundes hinab zog und im Saum des T-Shirts verschwand. Wie weit er wohl hinunterreichte? Bestimmt war er auf Höhe der Brust zu Ende. Ob Flo noch weitere solche Flecken besaß? Er versuchte sich den Collie ohne T-Shirt vorzustellen. In seiner Fantasie dichtete er dessen rechter Flanke eine weitere weiße Stelle hinzu, einfach nur, weil es symmetrisch aussehen würde. Als er sich dann fragte, welche Farbe sein Bauchfell und die Region darunter wohl haben würde, schreckte er hoch. Seine Felltasche hatte begonnen, sich zu spannen. Was tat er hier eigentlich, wieso dachte er über den Schritt eines anderen Jungen nach? Und wieso wurde er ...? Genervt von seiner Latte drehte er sich auf den Rücken, holte seine rote Männlichkeit aus ihrer  Tasche und pfotete sich. Er ließ die Ballen immer wieder über die empfindlichen Noppen gleiten und japste, als ihn eine erste angenehme Welle durchfuhr.\nWeit entwickelt war er auch jetzt nicht, sein Penis war gerade mal groß genug, dass er ihn endlich mit einer Pfote umschließen konnte. Flüssiges Precum ließ ihn flutschig werden und er wuchs zu seiner vollen Härte. \nWieder kam ihm Flo`s Gesicht in den Sinn, es war die Erinnerung, wie er neben ihm im Gras des Parks gesessen und sein Eis gegessen hatte. Nick hielt nicht an, er wichste sich weiter, versuchte seinen neuen Freund zu verdrängen, aber irgendwie blieb der hartnäckig dort.\nAls er kam, stöhnte er leise und drückte seinen Rücken durch. Klares, jugendliches Sperma schoss im Hohen Bogen bis hinauf zu seiner Brust. Mit ein paar Taschentüchern wischte er sich trocken und drehte sich auf die Seite. Endlich schien sein Kopf Ruhe zu geben, die Erschöpfung nach dem Orgasmus ließ ihn schnell einschlafen, ohne dass er Florian noch ein weiteres Mal sah. \nAm nächsten Morgen hatte er Glück, er war als Erster auf und konnte ungestört duschen. Noch während seine Mutter das Frühstück zubereitete, hatte der Kater seinen Stundenplan ordentlich in einen gekauften Pappplan übertragen und diesen aufgehängt. Heute würde er Spezieskunde haben, dann langweiliges Zeugs, wie Deutsch und Erdkunde. Erst im letzten Moment erinnerte er sich an seine Verabredung und packte seine Skates ein.\nDie Schule bot ihm das vertraute Bild vom Vortag. Er hielt Ausschau nach Tina und ihren Spießgesellen, aber die waren, sehr zu seiner Erleichterung, nirgends zu sehen. Seine Klasse fand er ohne Probleme. Korky begrüßte ihn halbherzig und verwickelte ihn in ein Gespräch über seine Biotop-AG, ein Thema das Nick zwar nicht im geringsten interessierte, Korky dafür aber umsomehr mitzureißen schien. Entweder wollte dieser den Kater ihn mit der wahren Informationsflut für die AG begeistern, oder ihm - was Nick wahrscheinlicher erschien - auf diesem Wege die Warnung zukommen lassen: ‚Komm da bloß nicht hin, sonst wirst du wie ich!‘ \n„... und die ganzen Herbstgewächse kommen jetzt auch so richtig raus. Wir haben neuen Dünger dieses Jahr verwendet. Aber das Seegras mochte das überhaupt nicht, also mussten wir mit einer Teichplane das Blumenbeet vom Wasserkreislauf des Seerosenteichs trennen. Dazu haben wir ...“\nEr gab erst Ruhe, als die Lehrerin endlich eintraf. Als sie ihn fragte, wie er von ihr angesprochen werden wollte, antwortete der Kater „Nick ist okay,“ bevor die Farbratte ‚Nicci‘ schreien konnte. \nFlo blieb die Pausen über verschollen, die meiste Zeit über tigerte Nick über den Schulhof, er klapperte alle Ecken ab, aber fand den Collie nirgends.\nDie letzte Stunde vor Beginn des Wochenendes zog sich wie Kaugummi. Es war beinahe so, als habe jemand zähflüssiges Karamell in das Räderwerk der Uhr gegossen. \nJedes Mal, wenn Nick hinaufblickte, waren nur zwei, höchstens drei Minuten vergangen, es war quälend. Das schienen auch die Chaoten zu finden, denn sie taten alles Mögliche, nur Stillsitzen und Lernen war nicht dabei. Der Kater seinerseits wollte doch auch nur endlich zum Skaten.\nAls sie schließlich alle von der entnervten Lehrerin, einer Fledermaus mit glänzend ledrigen Flügeln, ins Wochenende entlassen wurden, bekamen sie zum Abschluss noch eine aufwendige Hausaufgabe aufgebrummt, es war eine klare Bestrafung dafür, dass die letzte Stunde mehr Geschrei und Unruhe als produktives Lernen gewesen war. Aber das war Nick in diesem Moment egal, er rannte als Erster los und stellte sich genau an den Zaunpfeiler, der das Haupttor begrenzte. Dort hielt er Ausschau nach Flo.\nDer Collie kam kurz nach dem Gong zur nächsten Stunde. Er war völlig außer Atem, strahlte aber glücklich und winkte, als er Nick entdeckte. „Hey, cool! Da bist du ja.“\n„Ja, hey!“ Das freundliche Gesicht nur zu sehen ließ das Herz des Katers höher schlagen.“\n„Hier, ich hab` alles dabei, hab`s nur von Dan aus`m Auto holen müssen, hat etwas länger gedauert, sorry!“ Er deutete auf ein Bündel aus Skates, Schonern und zwei Helmen. „Ja, cool. Wo geht`s lang?“\n„Wir können hinskaten wenn du willst, oder hast du eine Monatskarte?“\nNick war es unangenehm zuzugeben, dass es seiner Familie durch den Umzug finanziell nicht so gut ging. Seine Schwester hatte eine Karte bekommen, da sein Schulweg aber auf dem Arbeitsweg seiner Mutter lag, hatten sie beschlossen, dass sie ihn morgens fuhr oder er gänzlich alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren würde - sobald es repariert war, hieß das. „Nee, hab` ich keine, Skaten klingt gut.“\n„Na dann ...“ Flo setzte sich auf einen Fahrradständer und entknotete seine Schnürsenkel. \nZehn Minuten später hatten sie besagten Skateplatz erreicht. Es war ein großer, betonierter Platz mit einer Abfahrt von einem ebenfalls betonierten Hügel, mehreren Rampen, einer Grindstange, einer Treppe auf der man sitzen konnte am Rand und das alles war umgrenzt von Rasen, auf dem sogar eine Funpipe stand. Nur wenige Meter neben diesem Bereich lag ein Verkehrsübungsplatz für Fahrradfahrer, der offenbar schon vor längeren Zeiten aufgegeben worden war.\n„Ist ideal für Rundenrennen,“ kommentierte Flo, als er das Interesse des Katers an den unzähligen Kreuzungen und Kurven bemerkte.\nSchon auf dem Weg hierher hatte sich herausgestellt, dass der Collie ein wesentlich geübterer Skater war als Nick, auch wenn der als Felide die besseren speziesbedingten Voraussetzungen haben sollte. Was ihm fehlte war die Übung.\nEinige andere Welpen und Jugendliche fuhren umher, in der Ferne kickten vier Furs einen Ball über den Rasen. Die anfängliche Angst des Katers, dass bei all dem Verkehr auf den Platz Zusammenstöße an der Tagesordnung seihen, war unbegründet. Auch, wenn man mit ordentlich Schwung den Hügel hinunterdonnerte, schaffte es scheinbar jeder, in flüssigen Bewegungen den Anderen auszuweihen. Er brauchte zehn Minuten, um sich an die Abfahrt zu gewöhnen, es war gar nicht so schwer wie er gedacht hatte. Bald schon fuhr er locker von der halben Höhe des Hügels und steigerte sich mit jedem Mal.\nNach einer Weile setzten sie sich ins Gras, tranken etwas und verschnauften.\n„Boah, zehn Minuten Pause,“ verkündete Flo und zog sich das T-Shirt aus. Nick tat es ihm gleich. Der schwache Wind kühlte jetzt wesentlich besser. Nach einem weiteren Schluck aus seiner Flasche schielte der Kater zu seinem Freund hinüber, er befriedigte seine Neugier, die ihm von seinen Überlegungen am Vorabend noch immer im Kopf herumspukte und besah sich die Fellzeichnung des Kaniden.\nÄhnlich wie Flo es vermutet hatte, setzte sich auch beim Collie das Erwachsenenfell gegen den Welpenflaum durch, nur noch vorne am Bauch schien das Fell weicher zu sein. Er hatte ebenfalls Recht, was den zweiten weißen Fleck anging, es gab ihn tatsächlich. Er befand sich an der rechten Flanke und zog sich bis hinunter in den Hosenbund, schien dort aber auch zu enden. Was Nick jedoch noch viel mehr faszinierte war der dritte, der knapp oberhalb der Gürtelschnalle begann und von unbestimmter Größe nach unten ausgeprägt war. Als habe er einen Röntgenblick wanderte sein Blick tiefer. Er starrte genau auf den Reisverschluss und die dezente Beule, die sich darunter abzeichnete und schreckte mit einem Mal hoch, als ihm bewusst wurde, wo er einem anderen Jungen gerade hinguckte.\nFlo hatte sich bewegt. Ihr Blick traf sich und Nick zog ein Kribbeln den Nacken hoch, durch den Kopf, bis hoch in die Ohren. Wie peinlich! Der Collie musste einfach bemerkt haben, was er gerade getan hatte, oder etwa nicht? Falls dem so war, erwähnte er es nicht, er hechelte und grinste ihn nur an. „Und ...? Was sag`ste?“ Er nickte in Richtung des Platzes.\n„Gefällt mir, aber mir fehlt noch Übung.“\n„Die kommt, na los, Runde zwei. Meinst du, du schaffst den ganzen Hügel?“ „Finden wir`s raus.“\nSie zogen sich wieder an, schnallten ihre Schoner fester und nur Minuten später meisterte Nick die Abfahrt ohne Hilfe. Dennoch wich ihm Flo kaum von der Seite. Der Kater vermutete, dass er gerne selber viel waghalsigere Manöver geübt oder - wer weiß - sich sogar auf die Funpipe getraut hätte, aber er blieb bei seinem Katerfreund. Irgendwann sprach der ihn darauf an. Flo`s Ohren knickten ein und er wirkte unangenehm getroffen. „Nun, ich ... falls du den Halt verlierst, dachte ich,“ stammelte er regelrecht. „Sorry, ich wollte nicht ...“\n„Ach, nix los, ich steh` nur nicht so auf`s Kuscheln beim Fahren, zumindest nicht mit Typen,“ scherzte Nick, und zwinkerte neckisch. Es sollte nur ein Spruch sein, etwas, um sie beide aufzuheitern, aber irgendetwas war. Unter dem weißen Fell wurde Flo rot.\nHatte er etwas Falsches gesagt? So schlimm war das doch nicht?!\n„Hm-mh,“ stimmte der Collie zu und starrte dennoch leer auf den Betonboden.\n„Komm, jeder für sich, ich fall` schon nicht hin, keine Sorge!“\nWas auch immer Florian so unangenehm war, es hielt die nächste halbe Stunde an. Sein Enthusiasmus, der die letzten zwei Tage förmlich aus ihm herausgesprüht war, schien versiegt, nur halbherzig rollte er über den Platz. Als er dann auch noch einen BeinaheZusammenstoß mit einem jungen Vielfraß verursachte, schien er das kaum bemerkt zu haben. Weil sich der Zustand des Kaniden auch danach nicht veränderte, bremste Nick am Rand des Rasens und winkte ihn zu sich.\n„Alles in Ordnung? Wenn ich was Falsches gesagt habe, dann tut es mir leid, weißt du, in meiner alten Klasse haben wir ständig solche Sprüche gebracht.“ Er konnte sehen, wie die Worte in seinem Freund arbeiteten. Sie schienen ihn zu erreichen.\n„Ja, sorry, ´s is` nur ...“ Dann sah er verlegen beiseite. Seine Ohren hingen noch immer. \nNick tat der Collie leid, mehr sogar als es einer seiner früheren Freunde getan hätte. Dann hatte er eine Idee, er hatte ja noch immer das Geld von seiner Mutter. „Komm, ich lad` dich auf ein Eis ein, weißt schon, wegen gestern.“ Erwartungsvoll legte er den Kopf schief.\nDer schwarz-weiße Tail wedelte, noch bevor Flo zustimmte. „Okay!“\n„Jenny? Oder gibt`s hier auch was Gutes?“\nDer Kanide schüttelte den Kopf. „Wenn du`s gut willst, dann Jenny.“\nNick ignorierte die Zweideutigkeit in dem Satz, er hatte schon genug angerichtet mit Sprüchen. „Dann lass uns.“\nBergauf war die Fahrt auf Skates weitaus beschwerlicher als andersherum, so dauerte es mühselige fünfzehn Minuten, bis sie hechelnd über die kleine Stufe hinein in die Eisdiele stiegen. Der Fliesenboden war sehr glatt und Nick rollte prompt einen halben Meter weiter als er wollte. Fuchtelnd hielt er sich am Tresen fest und grinste gespielt, so als habe er die unbeholfenen Bewegungen irgendwie absichtlich vollführt.\n„Oh, hi Jungs,“ begrüßte Jenny sie. „Tut mir einen Gefallen, setzt euch mit den Dingern nach draußen, ich komme zu euch.“\nDer Kater stellte sich einen Krokantbecher zusammen, der so süß war, dass seine Zunge immer nur einen halben Löffel vertrug. Flo blieb beim ‚Üblichen‘ - ohne Streusel.\nGanz allmählich taute der Border Collie auf und schien bald wieder er selbst zu sein. Nick überlegte, ob er seinen Freund auf die komische Situation ansprechen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Stattdessen schwieg er und überließ dem Schwarzweißen die Eröffnung des Gesprächs.\n„Und wie gefällt dir der Platz? Du kommst ja schon ganz gut klar, wie`s scheint?!“\nDer Kater grinste stolz. Das stimmte, er hatte schnell gelernt und war begierig darauf, auch die anderen Rampen zu meistern. „Gefällt mir gut, das müssen wir mal wieder machen.“\n„Gebongt, nächste Woche irgendwann?“\n„Ja, muss mal sehen, was der Stundenplan so sagt.“\n„Ich blick` auch noch nicht durch.“\nNick überlegte, er wollte sich für die Einladung zum Skaten ebenso revanchieren, wie er es bei dem Eis getan hatte, aber wie? Er kannte doch nichts in dieser Stadt. Er könnte Florian lediglich zu sich nach Hause einladen, aber da stand noch alles voll mit Kartons. Auf der anderen Seite war sein Zimmer weitestgehend fertig, sogar die Krallenkratzschienen hatte seine Mutter ihm angebracht. Das würde schon irgendwie gehen. „Flo?“ Der Tail des Kaniden wedelte erneut, als er angesprochen wurde.\n„Hättest du Lust mich ...“ Sein Bauch zog. Irritiert hielt er inne. Wieso fiel es ihm plötzlich schwer, eine derart simple Einladung auszusprechen? Er war ja regelrecht nervös. Sein Tail tanzte unter dem Stuhl. „... mich am Wochenende zu besuchen?“ Seine Fingerspitzen kribbelten.\n„Oh? Ja?! Ich meine, ja, wann denn?“\n„Äh ...“ So weit hatte er die ganze Sache noch gar nicht bedacht. „Heute ist schlecht, wir packen Kartons aus und bauen einen Schrank in Sandras Zimmer auf ... das` meine Schwester.“\n„Also Samstag?“ fragte Flo. Seine Ohren hatten sich seinem Gesprächspartner erwartungsvoll zugedreht. „Ja, schätze das geht.“\n„Ich kann auch beim Auspacken helfen,“ schlug der Kanide vor. Er schien von der Idee, Nick zu besuchen ebenso begeistert.\n„Das ...“ Er überlegte. „Willst du wirklich?“\n„Klar, wir können ja auspacken und dann gucken wir eine von deinen Serien.“ „Battlestar hab` ich neu,“ schlug Nick vor.“\n„Geht die lange?“\n„Mehrere Stunden, die schaffen wir nicht an einem Nachmittag, nichtmal an Zwei.“\n„Vielleicht machen wir mal einen Marathon? Lassen einfach laufen und schauen mal, wie weit wir kommen?“ „Mit Übernachten meinst du?“\nFlo zuckte zusammen bei dem Wort. Er stellte die Ohren dennoch wieder auf. „J-ja klar, warum nicht? Ich meine wenn`s bei dir nicht geht ...“\n„Muss ich mal fragen, nächstes Wochenende?“\n„Ja, sonst geht bestimmt bei mir, ich werd` auch fragen. Dann wechseln wir uns ab.“\n„Wenn du mir dafür dein Kartenspiel erklärst.“\nFlo`s Gesicht hellte sich auf. „Gebongt! Und morgen steht auch?“ „Morgen steht,“ bestätigte Nick.\nSie aßen ihr Eis und skateten noch eine gute Stunde weiter, bevor sie Handynummern tauschten und der Kater sich verabschiedete. Mit einem guten Gefühl im Bauch fuhr er nach Hause. Zwei Verabredungen in Aussicht zu haben tat ihm sehr gut.\nSeine Mutter war bereits in der Küche. Sandra hing am Telefon und unterhielt sich aufgeregt mit einer ihrer alten Freundinnen. Es ging um irgendeinen Jungen, für den sie schwärmte. \n‚Mädchen‘, dachte er amüsiert.\n„Und dann hat er mich auf eine Cola eingeladen, ja einfach so. Was? Nein natürlich nicht. Aber am Montag sehen wir uns wieder. Er ist so süß. Ich weiß, dass du keine ... du weiß schon ... magst, aber er`s so ...“ Es folgte ein Quietschlaut, der Nicks Trommelfell durchbohrte. Als er sie ihm Wohnzimmer zurückließ und seinen Kram in sein Zimmer brachte, hörte er den zweiten Teil ihres Gespräches: „Lucy, ich glaube ich bin verknallt. Wie? Weiß ich, ich bin immer total aufgeregt wenn ich bei ihm bin. Ich darf nicht durchflippen ...“\nDer Kater räumte seine Schulsachen weg, jetzt war erstmal Wochenende. Warum konnte nicht jede Woche so sein, nur zwei Tage Schule, Skaten, Eis essen?! So konnte es weitergehen.\nBeim Abendessen erzählte ihre Mutter, dass sie aufgrund des halben Monats, den sie nur gearbeitet hatte, weniger Geld bekommen würde und sie den Gürtel daher etwas enger schnallen müssten. Es gab den Nudelauflauf vom Vortag. Sie beschwor Nick, dass er am Wochenende sein Fahrrad reparieren sollte.\n„Und Kinder, stellt nichts an, ich bitte euch, wir können uns im Augenblick nichts erlauben.“\n„Mama, wir stellen doch nichts an?!“ antwortete Sandra entrüstet.\nNick schwieg. Bisher hatten sie ihrer Mutter wirklich kaum Ärger gemacht, aber seine Übernachtungspläne waren damit hinfällig, er wollte die schmale Familienkasse nicht mit einem zusätzlichen Maul zu stopfen belasten. Zum Glück hatte Flo sich angeboten. Vielleicht, so überlegte er, gab es für ihn eine Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen? Mit Rasen mähen? Das würde er die nächsten Tage mal ausloten. \nAls er am Abend die undankbare Deutschhausaufgabe begann (sie umfasste das Lesen zweier Kapitel aus ‚Der Schimmelreiter‘), schweiften seine Gedanken, wie schon am Vortag, häufig ab. Immer wieder sah er Flo. Er hatte echt Spaß gehabt bei ihrem gemeinsamen Skatenachmittag. Dann erinnerte er sich an das Stimmungstief des Collies nach seinem Spruch. Hatte er wirklich so gewaltig über die Stränge geschlagen? Er rief sich seinen Spruch erneut vor Augen.\nIrgendwas mit ‚ich steh nicht so auf Typen‘, oder ‚auf Kuscheln‘ oder so, das war doch okay, sie waren doch beide nicht schwul, was sollte daran also ...?\nNick legte das Buch weg. Eine Zeit lang starrte er auf seine Schreibtischoberfläche, dann ging er noch immer nachdenklich die Treppen hinunter und putzte sich die Zähne. Mit einem Mal hielt er inne und guckte mit großen Augen sein Spiegelbild an. Weißer Schaum tropfte ihm das Kinn hinab. Der Gedanke den er hatte, war so absurd wie passend. Wenn Flo nun auf ... Typen stand? Dann hätte er womöglich so reagiert. Der nächste Gedanke folgte noch viel beunruhigender: Was, wenn Flo auf IHN stand? Er spülte aus und verwarf die Idee gleich wieder. Ach was, Schwul war ein Spruch, eine Beleidigung, die man sich an den Kopf haute. Allenfalls waren das bunt gekleidete Tuckenköter, die in den Nachrichten grelle Paraden abhielten oder lederbekleidete Bären und Tiger, wie in dieser Bar aus Police Academy, aber Flo? - Neee!\nSpäter im Bett, während seine Finger wie selbstverständlich an seiner Felltasche spielten, war dieser Gedanke aber immer noch nicht ganz verschwunden. Viel schlimmer, er hatte sich von einem Akuten Verdacht weg und hin zu einer fixen Idee festgesetzt, ein Überbleibsel, wie ein unangenehmer Beigeschmack.\nFlorian.\nNick war dankbar, dass er so schnell einen so netten Freund gefunden hatte, mit ihm konnte er sich häufige Verabredungen vorstellen, nicht so wie früher alle Jubeljahre mal ein Treffen hier und ein gemeinsames Schwimmengehen da. Er dachte zurück und sah den süßen Collie erneut, wie er neben ihm auf dem Gras gesessen hatte mit seinen weißen Flecken, die so interessant zu beobachten gewesen waren. Speziell der eine. Der Kater staunte nicht schlecht, er war hart geworden und das von dem halbherzigen Gefummel?! Oder war es etwa nicht seine eigene Berührung, war das der Gedanke an Flo?\n‚Ach was, Schluss mit dem Thema jetzt!‘ befahl er sich selber. Er pfotete sich schnell und unspektakulär und schlief zügig ein.\nDer Samstag begann abrupt, Nick schlief, bis ihn gegen neun Uhr Geräusche aus dem Flur weckten. Ein lautes Poltern, ein Schleifen und die Stimmen seiner Mutter sowie Schwester zeugten von deren Versuch, den Wäschetrockner an den ihm zugedachten Platz in der Waschküche zu befördern. Er stand auf, schlüpfte in seine Klamotten und half mit. Zu Dritt schafften sie es. Wer brauchte schon einen dauerbesoffenen Kerl im Haus, wenn er ihn, seine Mutter und Schwester hatte?\n„Mama, darf Florian heute zu Besuch kommen?“ fragte er beim gemeinsamen Frühstück.\n„Heute Nachmittag? Aber da wolltet ihr doch den Schrank aufbauen, den ihr gestern \nAbend nicht mehr geschafft habt.“\n„M-ja, schon. Aber er würde auch mit aufbauen. Hat er extra gesagt,“ fiel Nick wieder ein.\n„Oh, also wenn das so ist, helfende Pfoten sind immer willkommen.“\n„Cool, danke.“ Nach dem Essen schrieb er Flo eine SMS und schlug vor, dass er 14 Uhr bei ihm sein sollte. Voller Tatendrang räumte er sein Zimmer auf, saugte, lüftete und schnallte sich schließlich die Skates um. Er hatte ja noch was zu erledigen ...\nDer Supermarkt war nicht weit weg und das schwarze Brett hing voll mit Arbeitsangeboten für Schüler und 400€ Kräfte. Er suchte sich drei davon raus, in denen für Rasenmähen, Babysitten und Nachhilfe eine Entlohnung angeboten wurde und rief die angegebenen Telefonnummern an, sobald er wieder zu Hause war. Seine Mutter war schwer beeindruckt von seinem Enthusiasmus.\nEin Rentner bot ihm an, für zwanzig Euro monatlich seinen Rasen zu mähen, jedoch nur bis Oktober, weil die Gartensaison dann eh vorbei sei. Nick sagte zu, kritzelte sich die Adresse auf ein Post-it und sie machten einen Termin für nächsten Dienstag aus. Das war doch schon mal was! Die Nummer für den Babysitterjob warf er weg, das wäre wohl nichts für ihn, aber bei dem Nachhilfegesuch rief er noch an. Es konnte nicht schaden, zwei Eisen im Feuer zu haben. Es meldete sich eine Frau Sumani mit indischem Akzent, die ziemlich erleichtert klang, dass sich jemand auf ihren Aushang meldete. Ihr Sohn Majiit war acht und bräuchte Nachhilfe in Deutsch und Mathe und sie würde ihm zehn Euro pro Sunde zahlen, wenn er seine Sache gut machte. Majiit hatte am Donnerstag Zeit, also hatte er schon zwei Verabredungen in der nächsten Woche. Das lief ja wie am Schnürchen. Wenn er sich in beiden Jobs bewähren würde, hätte er bald schon genug Geld, um mit Florian mithalten zu können und Eis oder Bustickets zu bezahlen, ohne die Haushaltskasse zu schröpfen. Er informierte seine Mutter von seinen Plänen.\n„Solange du dadurch deine Schule nicht vernachlässigst, habe ich natürlich nichts dagegen,“ versicherte sie ihm. „Ich freue mich sogar.“ Ihre Augen wurden feucht. „Ach, ich habe schon liebe Kinder.“ Damit drückte sie ihn an sich.\n„Mama, nicht,“ beschwerte er sich. So gerne er ihr auch Half und in dieser schwierigen Zeit für sie da war, im Augenblick war er viel zu voller Tatendrang, um sich die Ruhe für eine Umarmung zu nehmen.\nEr dachte an Florian. Es war bereits nach Zwölf und im Haus regierte das Chaos. Nick investierte weitere zehn Minuten, um Ordnung in sein Zimmer zu bringen und begann dann, mit Sandra zusammen die Verpackungselemente des Schlafzimmerschrankes die Treppe hinaufzuschleppen.\nMittags gab es nur Müsli, für mehr reichte ihre Zeit nicht. Ihre Mutter versprach am Abend ein Blech Pizza zu backen; sie hatte sich ein Tuch um den Kopf gebunden und sah aus wie eine fleißige Erin Brockovic.\nPunkt Vierzehn Uhr klingelte es. Nick war sofort auf den Beinen und rannte als Erster zur Tür. Bekleidet mit einer dünnen Jacke, dunkelrotem T-Shirt und Dreiviertelhose begrüßte ihm Florian im Eingang. Vor dem Haus stand ein SUV, aus dem eine Border Colliedame ihm zuwinkte, als er über die Schwelle trat. Er winkte zurück. Die Jungs beschränkten sich auf ein lapidares ‚Hi‘, dann stellte der Kater seinen Freund seiner Familie vor. Flo verhielt sich auch hier sehr nett, seine Mutter kommentierte seine Begrüßung mit: „Du musst Florian sein.“ Sie sagte zwar nicht ‚Nicolas hat schon sooooo viel von dir erzählt‘, aber ihre Tonlage deutete den unterdrückten Folgesatz quasi an. Hatte er das wirklich? Er kannte den monochromen Kaniden doch erst zwei Tage.\nAuch mit Sandra verstand er sich auf Anhieb. Zu dritt steckten sie die Elemente des mehrteiligen Schrankes zusammen, verschraubten und hämmerten die Rückwände und Türen an und unterhielten sich währenddessen. Sie schienen sich gegenseitig sehr sympathisch zu finden.\nFür eine kleine Schrecksekunde musterte Nick den Collie, nicht, dass er seiner Schwester irgendwo hingaffte, immerhin war sie nur knapp zwei Jahre älter als er und trug für die Arbeit ein schlabberiges T-Shirt, das in manchen Posen erschreckend viele Einblicke gewährte. Das fehlte ihm noch, dass Flo sich am Ende noch für sie interessierte. Aber seine Sorge schien unbegründet. Tailposition, Körperhaltung, alles sprach dagegen, die beiden unterhielten sich einfach nur.\nKeiner von ihnen hatte groß Erfahrung im Aufbauen von Möbeln, außer der, die sie in den letzten zwei Wochen gesammelt hatten, aber mit Hilfe der Anleitung und einer Stunde Zeit, schafften sie es. Nicks Mutter war begeistert und bedankte sich bei allein Dreien. Sandra verzog sich nach dem Wegräumen der ganzen Pappe in ihr Zimmer und auch \nNick führte Florian in sein Reich.\nEin Bett, ein Schreibtisch, zwei kleine Schränke und ein alter Fernsehtisch, mehr war es nicht, aber mehr war auch nicht nötig. Der Collie bewunderte die große Sammlung verschiedener Science-Fiction-Serien auf dem Regal. Nick hatte derweil Gläser, Limonade und eine Tüte Chips geholt.\n„Ich dachte das ist uralt?“ fragte Flo, als er ‚Battlestar Galactica‘ in den Pfoten hielt.\n„M-ne, das ist eine ganz neue Verfilmung. Die ist super. Wenn du willst?!“\n„Ja klar, das ist mit Robotern, oder was?“\n„Nein, nicht ganz, die Cylonen ...“ Er holte die erste DVD aus der Hülle. „Ach ... sieh`s dir einfach an. Du hast sowas bisher nie geguckt?“\n„Nö, ich guck Fantasy, Herr der Ringe, Eragon, Hauptsache Drachen. Ich hab` sogar ein Drachendeck bei ‚Magic‘.“\nWas auch immer das hieß, Flo schien sehr stolz darauf zu sein, also machte Nick ein anerkennendes Gesicht. „M-hmh.“\nDer Collie lachte, er hatte ihn durchschaut. „Erklär` ich dir nächste Woche,“ versprach er.\n„Okay. Ich dachte immer, Science-Fiction und Fantasy seihen zu verschieden, um miteinander klarzukommen?“\nFlo`s Ohren stellten sich hochaufmerksam auf. Seine Augen leuchteten, das hatte er schon mal gehört, und er wusste auch, wo: „Sag mal, kennst du die ‚Phineas und Ferb‘Folge, mit der SciFi und Fantasy-Convention?“ Scheinbar in der selben Sekunde bereute er seine Frage.\nAus Nicks Sicht gab es dafür keinen Grund, denn ohne es zu wissen hatte der Collie ins Schwarze getroffen. Dabei dachte er, er wäre der Einzige in seinem Alter, der diese Serie noch guckte. „Ja, kenn` ich, die`s genial.“\n„Ja, wie sie würfeln im Kampf!“\n„... und mit ihren Taschenlampen.“\n„... und Inhalatoren.“ „Glorf!“\nSie lachten beide. Nick tat das sehr gut, er merkte wie er locker wurde. Amüsiert schaute er Flo ins Gesicht, auch der Kanide hatte die Lefzen zu einem breiten Grinsen hochgezogen. Ihr Blick traf sich und Nick sah in die braunen Augen seines Gegenübers. Ohne es zugeben zu wollen, fühlte er sich sehr wohl, mehr noch, beinahe hingezogen zu Flo. Ihr Lächeln erstarb und beide zogen eine Verlegenheitsgrimasse.\n„Ja,“ sagte er matt, in der Hoffnung, diesen für ihn peinlichen Moment damit zu beenden. Auch Florian wirkte plötzlich angespannt, er hatte sich auf Nicks Bürostuhl gesetzt und in Richtung Fernseher gedreht. Sein Tail drückte sich fest gegen seinen Oberschenkel.\nAuf dem Bildschirm war inzwischen das Hauptmenü der Pilotfilm-DVD zu sehen. Nick deutete auf den Start-Button und fragte: „Soll ich?“\nDas beendete die Situation endgültig. Ach Flo rieb sich verlegen die Ohren und nickte dann. „Ja, mach los!“ „Englisch oder deutsch?“\n„Warum englisch?“\n„Ist besser,“ erklärte Nick. „Schwieriger zu verstehen, aber einfach ... echter.“\n„Kenn` ich, vom ‚Magic‘-Spielen. Da ist englisch auch immer besser als die blöden deutschen Karten. Na gut, lass uns englisch gucken, auch, wenn ich da vermutlich nur die Hälfte verstehe.“\n„Ach was, nach ´ner halben Stunde bist du drin, glaub` ma`!“\nDie ersten Minuten, in denen das geplatzte Zylonentreffen und danach viel von Dr. Baltar, einem etwa dreißigjährigen Wolf und seiner (imaginären) blonden Colliefreundin gezeigt wurde, dachte Nick über diesen letzten, peinlichen Moment nach. Was war bloß los, dass sowohl er als auch Flo so schnell in derartige Situationen gerieten, so verlegen. Überhaupt verhielt er sich dem Border Collie gegenüber viel unsicherer, als er es bei Anderen tat. Es kam ihm vor, als achtete er in dessen Gegenwart weit über die Maße auf sein eigenes Benehmen. Warum war es ihm so wichtig, wie er sich benahm, wie er rüberkam? Letzten Endes war der Kanide doch auch ‚nur‘ ein neuer Freund.\nAndersrum war es das Gleiche. Er schielte hinüber. Im Glanz des schwarzen Fells schimmerte das Leuchten des Fernsehers um Flo`s Augenhöhlen und Nase. Für einen kurzen Moment zuckte dessen Blick in seine Richtung, fixierte sich dann aber übertrieben starr auf den Fernseher als er bemerkte, dass der Kater ihn anblickte. Nick fiel auf, dass die Hunderute sich daraufhin noch angespannter an dessen Becken drückte. Nur eine Sekunde lang starrte er auf die Rundung von Flo`s Hintern, als ihn ein Verdacht wie ein Hammerschlag traf: Das, was er nur eine knappe halbe Stunde zuvor verworfen hatte, nämlich dass Flo sich interessiert gegenüber Sandra verhalten hätte, erkannte er nun umso deutlicher ... und weitaus irritierender. Denn scheinbar ging es dem Collie gar nicht um Sandra oder sonst irgendwen. \nAll diese Anzeichen ...\nEs ging um IHN!\nNicolas Behring. Flo verhielt sich, als sei er ein Mädchen, auf das er steht. Ständig dies Verlegene und so ...\nAber damit nicht genug, umgekehrt war es genauso. Auch er selber ...?!\nEin unangenehmes Prickeln zog bis hinunter in seine Fingerspitzen. Der Gedanke war zu absurd, doch die Hinweise passten ... seine Anspannung, dies übertriebene Nervössein, das ständige An-Florian-Denken.\n‚Ach quatsch‘, dachte Nick und verwarf seine These. Er startete seine Beweisführung neu, das konnte ja so nicht stimmen da gab es bestimmt etwas, das er übersehen hatte. Aber auch im zweiten Anlauf kam er zu dem gleichen Ergebnis: Beide waren sie nervös in der Gesellschaft des jeweils Anderen, beide schielten sich an, er für seinen Teil hatte Florian sogar auf den Hintern geguckt und es genossen. Und was war das beim Pfoten abends? Die Tailhaltung des Kaniden sprach auch für dessen starke Angespanntheit. Nicks Kopf wurde ihm heiß, der Raum schien sich um ihn herum einzuengen. Das konnte nicht stimmen, er war doch nicht schwul?! Und der Collie doch auch nicht? Wie käme er darauf, einen anderen Jungen attraktiv zu finden?\nOder spielte ihm sein Verstand einen Streich, deutete er sein und Flo`s Verhalten einfach nur falsch? Bestimmt war es das, - nein - das MUSSTE es einfach sein! Eine ganze Zeit lang versuchte er, sich das einzureden, sich selber davon zu überzeugen, aber da blieb etwas, ein Zweifel. Die Beweise waren schlichtweg zu erdrückend.\nAber ... Das konnte nicht richtig sein, er wollte sich selber einen Irrtum nachweisen, er musste sich einfach irren! Und Flo würde ihm dabei helfen müssen. Nur wie? Er konnte doch nicht einfach fragen?\nKeiner von beiden sagte etwas, erst als Starbuck, eine plietsche Leopardin das erste Mal auftrat, erklärte er dem Collie mit matter Stimme, dass diese Rolle früher - in der ersten Version der Serie - von einem männlichen Dachs gespielt wurde. Sein Freund nickte nur stumm.\nStarbuck - natürlich! Nick hatte eine Idee.\n„Sie`s sexy, oder?“ fragte er stolz. Er fand das zwar nicht wirklich, sie war viel zu alt für ihn, aber er hatte die Beobachtung gemacht, dass andere Jungs auch gerne mal so über all die Jay-Lo`s und Halle Berrys dieser Welt redeten.\n„Hm, was?“\n„Die ist sexy, oder?“ wiederholte Nick.\nDie erwartete (erhoffte) eindeutige Zustimmung blieb aus. „M-naja ...“ „Nicht?“\nFlorian zögerte mit seiner Antwort. „Nicht mein Fall,“ verkündete er schließlich. Die Rute kringelte sich wieder unsicher gegen dessen Bein.\n„Weil?“ drängte Nick weiter. Er brauchte einfach Gewissheit.\nDer Collie schien nachdenklich. Oder wusste er einfach nicht, wie er damit umgehen sollte? „Wie ‚Weil‘? Die`s nicht mein Fall, ganz einfach!“\n„Weil sie weiblich ist?“\nNick erstarrte. Er hatte seinen Gedanken ausgesprochen, ohne es geplant zu haben. Es war ihm einfach so rausgerutscht. Er wünschte die Worte zurück in seinen Mund, aber es half nichts, die Frage stand bereits im Raum.\nFlorian setzte sich aufgeschreckt auf und blickte ihm fassungslos in die Augen? „Was hast du gerade gefragt?“\nDer Collie hatte ihn verstanden, daran bestand kein Zweifel, sich rauslügen half jetzt nichts mehr. Nick wiederholte die Frage Wort für Wort.\nFlorian legte die Pfoten ineinander und drehte sich seinem Gesprächspartner zu. Keiner von ihnen beachtete noch die Geschehnisse auf dem Bildschirm. „Ich ...“ begann er.\nNick kribbelte der Kopf.\n„Ich weiß nicht, ich schätze schon,“ gab Flo zu.\nStille.\n‚DRADIS contact‘, tönte es aus den Boxen. Die Galactica startete die Viperstaffeln.\n„Echt jetzt?“ Etwas besseres fiel Nick nicht ein. Seine Pfoten zitterten, genau wie die des Collies. \nWieder Schweigen.\nDie schwarzen Ohren legten sich an, Flo wirkte sehr verunsichert. Er nickte zaghaft, fast geistesabwesend. Wie sollte der Kater sich nur verhalten? Er konnte nur erahnen, wie sein Freund sich im Moment fühlte. Nick wollte helfen, ja, Hilfe schien ihm das Richtige \nzu sein. Er drückte ‚Pause‘ und fasste dem Kaniden an die Schulter. „Hey, alles okay?“ Keine Reaktion. Neben ihnen im TV tobte die Schlacht.\n„Ich erzähl`s nicht weiter, keine Sorge!“\nDas schien zu wirken. Flo löste seine Starre und blickte ihn an. Seinen Augen waren feucht und er zitterte am ganzen Körper.\n„Nick, du bist der Erste, dem ich das erzähle ...“ Er legte eine Pause ein. „... ich glaube ich mag keine Mädchen ... oder Weibchen allgemein,“ fügte er hinzu.\nDiesmal war es Nick, der keine Reaktion zeigte. Er war wie eingefroren, gebannt wartete er auf die nächsten Worte seines Colliefreundes.\nDer spannte seinen gesamten Körper an, um das Folgende über die Lippen zu bringen. „Ich mag ... Jungs.“ Er schluckte und blickte dem Kater direkt in die Augen. „Ich bin schwul.“\n",
  "writing_bbcode_parsed": "<span style='word-wrap: break-word;'>Kapitel 1<br />Neuanfang<br /><br />Die Sp&auml;tsommersonne stand noch tief, es war k&uuml;hl, w&uuml;rde aber ein sch&ouml;ner Tag werden.<br />&sbquo;Typisch&lsquo;, dachte Nick. &sbquo;Erster Schultag und dann so`n geiles Wetter!&lsquo;<br />Er schaute aus dem Fenster. Von &uuml;berall str&ouml;mten Sch&uuml;ler die kleine Anh&ouml;he hinauf, auf der sich das Robert-Falk-Gymnasium befand. Er hatte das Gel&auml;nde schon vorab besichtigt, vor etwa zwei Wochen, kurz, nachdem seine Mutter mit ihm hier hergezogen war. Es war komisch, diese Zusammensetzung aus Backsteinbauten, einer gro&szlig;en Turnhalle, einigen Spiel- und Kletterger&auml;ten und einem park&auml;hnlichen &Uuml;bergang in den Oberstufentrakt sollte von nun an seine neue Schule sein. Er vermisste seine alten Freunde schon jetzt, zumindest die, die er als Ehestes als solche bezeichnet h&auml;tte, denn seit er denken konnte, war Nicolas eher ein Einzelg&auml;nger gewesen. Seine Freundschaften waren an einer Pfote abz&auml;hlbar. Auf die erste Begegnung mit seinen neuen Klassenkameraden war er somit &uuml;berhaupt nicht hei&szlig;.<br />Seine Mutter sp&uuml;rte seine Anspannung, wie immer hatte sie einen sechsten Sinn daf&uuml;r; oder h&ouml;rte sie einfach nur seinen aufgeregten Herzschlag? &bdquo;Mach dir keine Sorgen, Nicolas, dein neuer Rektor hat mir versichert, dass du in eine total nette Klasse kommst.&ldquo; &bdquo;Ja klar,&ldquo; murmelte der Kater. Er kannte das, in der Schule wurde doch eh nur gel&auml;stert. In seiner alten Klasse war er der Kleinste gewesen, sodass er schon bald den Spott all seiner Mitsch&uuml;ler auf sich sitzen hatte. Dabei war er lediglich sp&auml;ter entwickelt, als der Rest des l&auml;sternden Fusselhaufens. Vielleicht h&auml;tten sie nur halb so viel Wind um ihn gemacht, wenn er ein Eichh&ouml;rnchen oder eine Maus gewesen w&auml;re, aber als Kater der Kleinste zu sein war schon eine undankbare Position. Im letzten halben Jahr hatte er endlich einen Wachstumssprung hingelegt, er ma&szlig; jetzt fast 1,50m und sein Stimmbruch war im Kommen. Vielleicht hatte seine Mutter ja recht und er w&uuml;rde dieses Mal nicht in die Opferrolle rutschen. Er rieb sich nerv&ouml;s die Pfoten. Die Oberseiten waren von einem dunklen Orange bedeckt, durch das sich wiederum br&auml;unliche Querstreifen zogen. Diese Fellf&auml;rbung setzte sich fort &uuml;ber die Mitte seines R&uuml;ckens sowie die Oberseite der Arme, Beine und des Tails. Sie endete auf dem Kopf und f&auml;rbte auch sein Haupthaar orangebraun. Der Rest seines K&ouml;rpers war hell, fast wei&szlig; mit einer Nuance Beige.<br />Der Wagen hielt und sie dr&uuml;ckte ihn an sich. <br />&bdquo;Mama, nicht!&ldquo; beschwerte er sich. &bdquo;Wenn die sehen, wie ich meine Mutter dr&uuml;cke, kann ich mich gleich aufh&auml;ngen.&ldquo;<br />&bdquo;Ich will dir doch nur Mut machen und viel Gl&uuml;ck w&uuml;nschen.&ldquo;<br />Nick befreite sich aus der Umarmung. &bdquo;Jaja, haste ja nun.&ldquo; Er schnappte sich seinen Rucksack und stieg aus der T&uuml;r des alten Nissan.<br />&bdquo;Denk dran, du sollst dich im Sekretariat melden.&ldquo;<br />&bdquo;Ja Mama,&ldquo; kommentierte er mit rollenden Augen. Kurz darauf stand er alleine vor dem Haupttor und lie&szlig; die Szenerie auf sich wirken.<br />Im Grunde, stellte er fest, unterschied sich diese Schule nicht wirklich von seiner bisherigen. Zugegeben, die Geb&auml;ude standen beengter und waren h&ouml;her, aber das Gesamtbild, das sich ihm sonst bot, war wenig &uuml;berraschend: In kleinen Gr&uuml;ppchen standen Sch&uuml;ler unterschiedlichen Alters. Die Kleineren, gerade erst dem Welpenalter Entwachsenen tauschten Sticker oder irgendwelche Sammelkarten, Jugendliche von dreizehn Jahren etwa, wie er selber auch - vielleicht waren sie auch vierzehn - unterhielten sich lautstark, gr&ouml;lten und lachten. Ein Gepard jagte gackernd einem Wiesel hinterher, das er kurz darauf auch am Ranzen packte und sich dann spielerisch von ihm wegschubsen lie&szlig;. &bdquo;Verpiss dich Alter, du bist halt schneller, hab`s gepeilt.&ldquo;<br />&bdquo;Dann h&ouml;r` auf, mich immer herauszufordern.&ldquo;<br />&bdquo;Hab ich gar nicht, ich ...&ldquo; und dann waren sie au&szlig;er H&ouml;rweite. Noch &auml;ltere M&auml;dchen hatten einen gro&szlig;en Tratschkreis gebildet und redeten scheinbar gleichzeitig aufeinander ein, w&auml;hrend ihre Finger &uuml;ber die Displays ihrer Smartphones huschten. Sie erinnerten Nick an seine Schwester, auf die vermutlich an ihrer neuen Schule gerade die gleichen Eindr&uuml;cke einprasselten. Anders als er, ging sie auf eine Realschule, da sie, vor zwei Jahren etwa, mit dem Stoff auf dem Gymnasium &uuml;berfordert und kurz davor war, nicht versetzt zu werden.<br />Weit entfernt von ihm, in Richtung Oberstufengel&auml;nde, sammelten sich die bereits erwachsenen Sch&uuml;ler. Einige fuhren sogar mit dem eigenen Auto vor. Er atmete tief durch; das war es also!<br />Gerade als er losgehen wollte, tauchte ein dunkler Schatten neben ihm auf und jemand rempelte ihn grob von der Seite an. Als er sich umdrehte, sah er einen Timberwolf und seine zwei Begleiter, einen finster dreinblickenden Marder mit mehreren Piercings durch beide Ohren und eine weibliche Hy&auml;ne, die ihm, fies grinsend, ihre gelben Z&auml;hne zeigte. Sie war kr&auml;ftig gebaut und gro&szlig; f&uuml;r ihre Spezies und Alter und machte nicht weniger Eindruck als der Wolf in der Mitte, wenn auch ihre Masse mehr Fett als Muskeln zu sein schien.<br />&bdquo;Ey, was soll die Schei&szlig;e?&ldquo; raunzte sie ihn an.<br />Nick wusste gar nicht, wie er antworten sollte, er hatte doch nur hier gestanden. Am Besten, er hielt sich fern von solchen Primitivlingen, die suchten doch nur &Auml;rger.<br />&bdquo;Ich ... &acute;tschuldige,&ldquo; brachte er hervor und drehte sich um, in der Masse zu verschwinden. <br />&bdquo;Was, du glaubst mit &acute;ner verfickten Entschuldigung is` gut, oda was?&ldquo;<br />Nick sp&uuml;rte ihre Blicke, alle Drei gingen ihm nach. Das fing ja klasse an, jetzt w&uuml;rde er an seinem ersten Tag gleich verpr&uuml;gelt werden? Hinter sich h&ouml;rte er die Stimme der Hy&auml;ne bedrohlich laut werden.<br />&bdquo;Bleib stehn, du Wichser!&ldquo; forderte sie ihn auf. Jetzt schien offensichtlich, dass sie der Anf&uuml;hrer der Rowdygang war.<br />&sbquo;Nur weg hier!&lsquo;<br />Nick wartete, bis er an einer Gruppe Jugendlicher vorbeiging und rannte, sobald er den Letzten von ihnen passiert hatte, hart nach rechts. Sein Fluchtversuch dauerte nur wenige Sekunden an, offenbar hatte das Trio damit schon gerechnet, denn er lief dem Timberwolf geradewegs in die Arme. Wie auf Beton prallte er gegen dessen Brustkorb und torkelte &uuml;berrascht zur&uuml;ck. Der Kanide versetzte ihm einen groben Sto&szlig; gegen die Schulter, worauf Nick endg&uuml;ltig den Halt verlor und hinten&uuml;ber fiel.<br />Er landete unerwartet sanft, schwarz-wei&szlig;e Arme fingen ihn auf. Sein Retter trat einen Schritt zur&uuml;ck, um nicht selber vom Gewicht des Katers umgerissen zu werden und half ihm auf.<br />Es dauerte zwei Sekunden, bis der sich orientiert hatte, seine Gedanken wirbelten durcheinander.<br />&bdquo;Ey, sucht euch jemanden von eurer Gr&ouml;&szlig;e zum Draufrumhacken!&ldquo;<br />Der Timberwolf baute sich bedrohlich auf und fletschte die Z&auml;hne. Dann sah er sich um. Eine Traube von Sch&uuml;lern hatte sich gebildet, die das Geschehen h&ouml;chst interessiert beobachteten, mindestens ein M&auml;dchen filmte mit ihrem Handy.<br />&bdquo;Pass auf, wo du rumstehst,&ldquo; knurrte der Lupine Nick an. Die Hy&auml;ne sammelte ihre Kumpanen ein und sie walzten sich ihren Weg durch die Menge.<br />&bdquo;Alles okay, Kleiner?&ldquo; fragte dieselbe Stimme, die dem Wolf soeben Paroli geboten hatte. Die Schwarz-wei&szlig;en Arme lie&szlig;en ihn los, er stand wieder auf eigenen Beinen.<br />&bdquo;J-ja,&ldquo; best&auml;tigte Nick. Die &uuml;brigen Sch&uuml;ler verloren das Interesse und verteilten sich wieder. Er drehte sich um. Vor ihm stand ein ausgewachsener Border Collie, er schien einige Jahre &auml;lter als er selber, vermutlich sogar vollj&auml;hrig. Zwar ma&szlig; auch er nur knappe 1,75m, aber er war in Begleitung von zwei Mardern, die den Fl&uuml;chtenden grimmig hinterher blickten.<br />&bdquo;Mach dir keine Sorgen, das sind Idioten, die fette Tina fliegt wohl eh bald und die anderen lungern meist nur hinter`m Oberstufenhaus und rauchen.&ldquo; Er musterte den Kater. &bdquo;Du bist nicht alt, oder? Gehst du bei Flo in die Klasse?&ldquo;<br />&bdquo;Nein, das hei&szlig;t, ich wei&szlig; nicht,&ldquo; antwortete Nick. &bdquo;Ich habe heute meinen ersten Tag hier.&ldquo;<br />Die Glocke klingelte, nur noch f&uuml;nf Minuten bis Schulbeginn.<br />&bdquo;Ich bin Siebte, aber wei&szlig; noch nicht, welche.&ldquo;<br />Der Collie reckte sich, als suche er jemanden. &bdquo;Rob, siehst du Flo?&ldquo;<br />Einer der Marder verschwand zwischen den Leuten und kam nur Sekunden sp&auml;ter mit einem j&uuml;ngeren, etwas dunklerem Border Collie in Schlepptau zur&uuml;ck. Er schien im selben Alter zu sein, wie Nick, sein Welpenflaum war beinahe vollst&auml;ndig durch glattes, zart gl&auml;nzendes Fell ersetzt. &bdquo;&Ouml;hm ... hi?!&ldquo; begr&uuml;&szlig;te er den Kater. Auch er war im Stimmbruch, vermutlich sogar etwas l&auml;nger als Nick.<br />&bdquo;Ha-hallo, ich bin Nico ... Nick.&ldquo;<br />&bdquo;Hallo Nico-Nick,&ldquo; l&auml;chelte der jugendliche Kanide ihn an. &bdquo;Ich bin Flo ... nur ein Mal.&ldquo; Sein Grinsen wirkte, trotz, dass er Nicks stotternde Unsicherheit ver&auml;ppelte, nicht herablassend, eher freundlich-lustig. Dann drehte er sich zu dem gr&ouml;&szlig;eren Border Collie um - vermutlich seinem Bruder. &bdquo;Was`n los?&ldquo;<br />&bdquo;Nick ist neu hier und hatte etwas &Auml;rger mit Tina. Er sagt, er geht in die Siebte, da dachte ich, dass du ihm vielleicht helfen kannst, seine Klasse zu finden?&ldquo;<br />&bdquo;&Auml;h ...?&ldquo; Flo wandte sich ihm zu. &bdquo;Ich ging in die Siebte, ab heute bin ich in der Achten.&ldquo; &bdquo;Ja, ich auch,&ldquo; best&auml;tigte Nick. Klar, nach den Sommerferien war er ja nun auch in der Achten.<br />Der J&uuml;ngere l&auml;chelte ihn an. &bdquo;Na dann, okay, komm ich bring dich hoch. &sbquo;A&lsquo;, &sbquo;B&lsquo; oder &sbquo;C&lsquo;?&ldquo;<br />&bdquo;Ich ... keine Ahnung, ich soll ins Sekretariat.&ldquo;<br />&bdquo;Also Richtung Lehrerzimmer!&ldquo; Der Kanide griff seine Pfote und zog Nick mit sich. &bdquo;Chiao Dan, bis nachher,&ldquo; verabschiedete er sich von seinem Bruder.<br />Dem Feliden war nicht wohl dabei, so Pfote in Pfote durch die Pausenhalle zu eilen, es f&uuml;hlte sich falsch an, zwei Jungs ihres Alters hielten sich nicht an den Pfoten. Die W&auml;rme des Kaniden, die seine Finger ber&uuml;hrte, wirkte indes jedoch wie eine beruhigende Injektion und setzte sich durch seinen Arm fort. Er f&uuml;hlte sich nicht mehr ganz so ziellos auf der Suche nach seiner neuen Klasse, er brauchte nur der W&auml;rme folgen.<br />Flo huschte vorbei an Snackautomaten und Glasvitrinen mit Holzrahmen, in denen Ehrenurkunden, Fotos und Pokale von allerlei Sportevents und Schulturnieren ausgestellt waren. Die meisten Sch&uuml;ler str&ouml;mten bereits in Richtung der unterschiedlichen Klassenr&auml;ume.<br />Kaum waren Flo und Nick am Sekretariat angekommen, wurde der Kanide von einem Lehrer angesprochen, der sich zwar kurz dessen Begr&uuml;ndung anh&ouml;rte, warum er hier war und nicht bereits vor seinem Biologieraum, ihn aber trotz seines triftigen Grundes (n&auml;mlich Nick zu begleiten) mitnahm.<br />&bdquo;Cya, Nick, vielleicht kommst du ja auch in die 8B,&ldquo; rief er dem Kater im Weggehen zu, dann war er verschwunden.<br />Die alte Sekret&auml;rin, eine Eule mit endlos gro&szlig;en, tiefen Augen, tippte umst&auml;ndlich auf ihrer Tastatur. Genervt rollte Nick die Augen. Was war so schwer daran, einfach nur z&uuml;gig einen Computer zu bedienen? Seltsamerweise wollte er seit seiner Begegnung mit Flo nur noch in seine Klasse. Wer wei&szlig;, vielleicht k&auml;me er ja tats&auml;chlich in die 8B? Die Chancen standen eins zu zwei.<br />Der Kanide war in der kurzen Zeit sehr nett zu ihm gewesen, er hatte ihn nicht wegen seiner Gr&ouml;&szlig;e oder irgendetwas Anderem verarscht, sondern war, im Gegenteil, unvoreingenommen nett zu ihm gewesen. Er war Nick sehr sympathisch. Wom&ouml;glich sah Flo die Sache ja genauso und die beiden w&uuml;rden sich anfreunden?<br />So schnell, wie diese Hoffnung entstanden war, so schnell wurde sie auch von seiner eigenen Unsicherheit weggefegt: Das w&uuml;rde eh nichts, der Collie hatte bestimmt genug Freunde. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit wieder seiner momentanen Situation zu.<br />Hoffentlich beendete die Alte ihr erb&auml;rmliches 2-Finger-Suchsystem bald und w&uuml;rde ihm endlich sagen, welche Klasse f&uuml;r ihn vorgesehen war. Eine Minute sp&auml;ter erf&uuml;llte sich dieser Wunsch.<br />Nick kam nicht in die 8B. Die Alte erkl&auml;rte ihm, dass er zwar f&uuml;r diese Klasse vorgesehen war, man ihn nach Ferienende stattdessen jedoch in die durch Nichtversetzung und Schulwechsler geschw&auml;chte 8A steckte. Bereits nach zehn Minuten dort wusste er, wieso diese Klasse so viele schwache Sch&uuml;ler hatte: Bis auf wenige ruhige Ausnahmen waren vieles Chaoten und die Lehrer schienen dies zu wissen und resigniert zu haben. Der L&auml;rmpegel war lauter als in seiner alten Klasse, so viel stand schon mal fest.<br />Bereits w&auml;hrend seiner Vorstellung dichteten eine Farbratte und ein Frettchen aus der Nagerecke seinem Namen das von ihm verhasste &sbquo;i&lsquo; an und zogen ihn vor allen Anderen als &sbquo;Nicci&lsquo;, dem Namensgeber dieser &uuml;bertrieben niedlichen Pl&uuml;sch-Schl&uuml;sselanh&auml;nger auf. Die Lehrerin, eine recht junge W&ouml;lfin mit hellgrau - beigefarbenem Fell setzte ihn neben Korky, einem Waschb&auml;r, der ihn zwar nicht mobbte, daf&uuml;r aber auch zu nichts Anderem zu Gebrauchen schien. Er hielt sich aus dem lauten Treiben heraus und kritzelte lieber in sein Heft. So verbrachte Nick seine erste Doppelstunde Physik haupts&auml;chlich schweigend und lesend. Korky, der in Wirklichkeit Daroslav Korkinski hie&szlig;, schob ihm w&auml;hrend der ersten F&uuml;nfminutenpause den Stundenplan zu und er schrieb seinen zuk&uuml;nftigen Tagesablauf ab.<br />In der ersten Pause stellten sich ihm mehrere Jungs vor, die mit Korky mehr oder weniger zu verkehren schienen. Keiner davon war aus der 8A und auf einer Wellenl&auml;nge mit Nick schien auch keiner zu sein. Zugegeben, sein Hobby war bei Weitem nicht so mainstreamtauglich, wie z. B. Fu&szlig;ball. Der Kater guckte alles, was mit Science-Fiction zu tun hatte; ob Battlestar Galactica, Babylon 5 oder diverse Star Trek-Varianten, er kannte sie alle. Zwar war er nicht verr&uuml;ckt genug, ein wild sammelnder Trekki zu sein, aber es reichte, um Sci Fi auch zu lesen und wann immer man in einem PC-Spiel ein Raumschiff durch ferne Welten steuern konnte, war er dabei. Hier in dieser neuen Umgebung verschwieg er diese Leidenschaft bewusst.<br />Die zweite Doppelstunde verlief &auml;hnlich, die Klassenchaoten zeigten au&szlig;er einem gelegentlichen Kichern in seine Richtung kein weiteres Interesse an ihm und mit Korky oder Anderen wollte er sich an seinem ersten Tag nicht allzu sehr auseinandersetzen. Er hatte Gemeinschaftskunde, was hier alle nur mit &sbquo;GMK&lsquo; abk&uuml;rzten. Nick fand das holprig, er mochte das an seiner alten Schule &uuml;bliche &sbquo;GeKu&lsquo; lieber. Dann kam die gro&szlig;e Pause. Der Kater a&szlig; seine Salamisandwiches und unterhielt sich erneut mit dem Waschb&auml;ren, w&auml;hrend der Rest seiner Klasse die Zeit auf dem Pausenhof verbrachte. Kurz vor Beginn der f&uuml;nften Stunde entschuldigte er sich und streifte durch die &uuml;berf&uuml;llte Pausenhalle. Er hoffte, Flo &uuml;ber den Weg zu laufen, aber der schwarz-wei&szlig;e Collie war nirgends zu sehen. Nach kurzer Zeit gab er auf und ging zum Klassenraum der 8A. Der Donnerstag endete mit einer Doppelstunde Mathe nach der Siebten.<br />Als alle Anderen bereits aus der Klasse st&uuml;rmten, sprach der Lehrer, Herr Weinberg, ein Dachs mittleren Alters ihn an und stellte sich als sein neuer Klassenlehrer vor. Er fragte, ob der Kater au&szlig;erschulische Interessen h&auml;tte, es g&auml;be da verschiedene Gruppen und Kurse, wie den Chor, eine Biotop-AG, die Sonnen-AG f&uuml;r Sternkunde und Astronomie und verschiedene andere Projekte, die auch helfen w&uuml;rden, sich in der neuen Umgebung schneller einzugew&ouml;hnen. Nick bedankte sich und versprach, &uuml;ber eine Teilnahme an der Sonnen-AG nachzudenken.<br />Halb drei verlie&szlig; er das Schulgel&auml;nde. Seine Mutter w&uuml;rde ihn nicht abholen, er hatte sich die Busverbindung rausgesucht und musste sich mit den &ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln selber behelfen. Die Haltestelle dazu befand sich genau vor dem Haupteingang. Die meisten anderen Sch&uuml;ler hatten einen Bus vor ihm genommen, weil er so lange aufgehalten worden war, so stand er nun recht einsam neben dem Halteschild, als er wie aus dem Nichts Florian auftauchen und &uuml;ber die Stra&szlig;e huschen sah. Er stellte sich auf der gegen&uuml;berliegenden Stra&szlig;enseite auf, es schien, als habe der Collie von heute Morgen ihn nicht bemerkt. Nick beobachtete, wie er auf seinem Smartphone tippte, bevor er es in die Hosentasche gleiten lie&szlig;. Sein schwarzes Gesicht wurde von einem gro&szlig;en wei&szlig;en Fleck durchzogen, der einen Teil seiner Schnauze und Wange umfasste und sich unter dem Saum seines T-Shirts fortsetzte. Seine linke Pfote war schwarz, die Rechte schwarz-wei&szlig;. Der Tail hing schlaff hinab, auch er war &uuml;berwiegend schwarz, aber aus seiner Perspektive konnte Flo eine wei&szlig;e Spitze erkennen.<br />Wie weit setzten diese Flecken sich wohl fort? Hatte er einen wei&szlig;en Bauch? Nick sch&uuml;ttelte den Kopf und sah weg. Wie kam er dazu, &uuml;ber die Fellzeichnung eines fremden Jungen nachzudenken?<br />&bdquo;Hey!&ldquo; ert&ouml;nte eine ihm vertraute Stimme. Der Collie war auf ihn aufmerksam geworden und winkte ihm zu.<br />&bdquo;Hey!&ldquo; antwortete Nick. Nur zaghaft hob er eine Pfote. <br />Flo sprang auf, guckte links und rechts und rannte dann zu ihm &uuml;ber die Stra&szlig;e. &bdquo;Na, wie war dein erster Tag?&ldquo;<br />&bdquo;Geht so.&ldquo; Der Kater war sch&uuml;chtern, das kannte er schon. &bdquo;Ich bin in der 8A.&ldquo;<br />&bdquo;Schade, dass du nicht in die B gekommen bist. W&auml;r` bestimmt lustig.&ldquo;<br />&bdquo;Ja, naja, kann man nichts machen.&ldquo;<br />&bdquo;Und wie ist die A? Chaotisch, nicht?&ldquo;<br />Der Kater nickte, besser konnte man es kaum beschreiben. &bdquo;Jo, sind da nur solche Vollidioten?&ldquo;<br />&bdquo;Die meisten. Musst halt gucken, ob du da wen findest, mit dem du klarkommst.&ldquo;<br />Nick &uuml;berlegte. Eigentlich wollte er das nicht wirklich, so hundertprozentig warm wurde er nach seinem ersten Eindruck nach mit niemandem dort. Aber Freunde brauchte man immer. Er nahm sich vor, den Freitag als zweiten Eindruck abzuwarten und sich dann zu <br />beginn der n&auml;chsten Woche auf seine Mitsch&uuml;ler einzulassen. &bdquo;Jop!&ldquo;<br />&bdquo;Hey, sag mal wo kommst du eigentlich hier?&ldquo;<br />Flo erz&auml;hlte, dass er mit seiner Mutter aus einer anderen Stadt hergezogen war, weil sie sich nur so r&auml;umlich von ihrem Ex trennen konnte. &bdquo;War &acute;ne miese Trennung, er hat st&auml;ndig versucht, sie zur&uuml;ckzugewinnen. Voll stressig!&ldquo; Die Drohungen und die schrecklichen Wochen danach, in denen die Polizei Peter letzten Endes wegen Stalking und Hausfriedensbruch festgenommen hatte, lie&szlig; er absichtlich weg.<br />&bdquo;Krass, Neuanfang quasi?&ldquo;<br />&bdquo;M-hmh.&ldquo;<br />&bdquo;Und wie lange seid ihr schon hier?&ldquo;<br />&bdquo;Seit zwei Wochen etwa,&ldquo; antwortete Nick. Dann f&uuml;gte er hinzu: &bdquo;Ist ganz nett hier.&ldquo;<br />&bdquo;Geht,&ldquo; stellte Flo fest. &bdquo;Hey wart` mal, hast du nachher noch Zeit?&ldquo;<br />Der Kater wusste zuerst nicht was er antworten sollte. Wollte der Colliejunge sich etwa mit ihm verabreden? &bdquo;Sorry, nee, sp&auml;ter kommt meine Schwester und wir packen noch Kartons aus.&ldquo;<br />Flo lie&szlig; entt&auml;uscht seine Ohren h&auml;ngen, wenn auch noch nicht v&ouml;llig. &bdquo;Und jetzt?&ldquo; fragte er hoffnungsvoll.<br />&bdquo;Jetzt?&ldquo; fragte Nick ungl&auml;ubig. <br />&bdquo;Ja, nicht lange, nur zum Kiosk, Eis essen oder so ...&ldquo;<br />Der Kater &uuml;berlegte. Seine Mutter erwartete ihn bis sp&auml;testens 16:30 Uhr zur&uuml;ck, weil bis zum Ende unklar gewesen war, wie lange sein erster Schultag dauern w&uuml;rde. Der Bus brauchte laut Internet nur zwanzig Minuten ... &bdquo;Okay, eine Stunde hab` ich.&ldquo;<br />&bdquo;Cool, Stunde klingt gut. Da k&ouml;nnten wir sogar ...&ldquo; Flo rieb sich die Nase. &bdquo;... ja klar, komm mit.&ldquo; Er sprang auf.<br />Nur zehn Minuten sp&auml;ter standen sie vor einer kleinen Eisdiele, &uuml;ber der ein Schild Prangte &sbquo;JET - Jenny&lsquo;s EisTresen&lsquo;. Eine junge Igeldame stand hinter der K&uuml;hltheke und bereitete mit vielen Fr&uuml;chten dekorierte Eisbecher zu. &bdquo;Hi Jen!&ldquo; begr&uuml;&szlig;te der Collie sie.<br />&bdquo;Oh hi, Florian. Das &Uuml;bliche?&ldquo;<br />Flo`s Ohren zuckten. Er nickte und sah aus als w&uuml;rde er sich daf&uuml;r genieren. Offenbar a&szlig; er hier &ouml;fters &sbquo;das &Uuml;bliche&lsquo;. Verlegen grinste er, als er merkte, dass Nick ihn anschmunzelte. Jenny begann durch die verschiedenen F&auml;cher zu kramen und stellte einen appetitlich aussehenden Schokobecher zusammen, spr&uuml;hte Sahne, verteilte Karamellso&szlig;e und am Ende bunte Streusel obendrauf. &bdquo;Keine ... Streusel,&ldquo; beendete Flo seinen Einspruch. Er kam zu sp&auml;t, Jenny hatte den farbenfroh gesprenkelten Eisbecher bereits r&uuml;bergeschoben.<br />Nick be&auml;ugte die knallbunte Leckerei und kommentierte: &bdquo;S&uuml;&szlig;!&ldquo; Unter dem wei&szlig;en Teil seiner Schnauze konnte Nick erkennen, wie sein Gegen&uuml;ber rot wurde. Erneut grinste er nur.<br />Dem Kater gefiel die Gesellschaft seines neuen Freundes schon jetzt - war er tats&auml;chlich mit ihm befreundet? Vielleicht war es etwas fr&uuml;h, dass er dar&uuml;ber nachdachte. Er w&uuml;hlte durch sein Portemonnaie und stellte fest, dass sein Geld f&uuml;r mehr als eine Kugel nicht reichen w&uuml;rde. Egal, wenigstens konnte er sich &uuml;berhaupt eine leisten.<br />&bdquo;Ein Mal Schokolade, bitte,&ldquo; bestellte er. <br />&bdquo;Nimm mal &acute;nen Becher, die schmecken richtig lecker,&ldquo; forderte Flo ihn auf.<br />Unbehagen breitete sich in Nicks Bauch aus. &bdquo;Hab nicht genug Geld mit.&ldquo;<br />&bdquo;Oh, okay?! Jenny? Machst du ihm bitte eine Schokobombe, die geht auf mich, dann.&ldquo;<br />Der Felide machte gro&szlig;e Augen. &bdquo;Du l&auml;dst mich ein?&ldquo;<br />&bdquo;Kein Problem, ich hab` grad Taschengeld bekommen. Du kannst ja den n&auml;chsten Becher zahlen wenn du willst.&ldquo;<br />&bdquo;Gerne.&ldquo; Nick strahlte. Seine bisherigen Freunde hatten sich nie so nett verhalten, speziell nicht, wenn es um Geld ging. Daran w&uuml;rde er sich erst gew&ouml;hnen m&uuml;ssen. &bdquo;Meinen aber bitte ohne Streusel.&ldquo;<br />&bdquo;Alles klar, Kleiner,&ldquo; zwinkerte Jenny ihm zu und l&auml;chelte erst ihn, dann Flo an. Der grummelte ob der Neckerei, guckte zerknirscht aus der W&auml;sche und bem&uuml;hte sich, zuallererst die bunte Dekoration aufzuschlecken.<br />Kurz darauf waren die Streusel l&auml;ngst vergessen, Flo f&uuml;hrte sie in den angrenzenden Stadtpark, wo sie sich auf die Wiese legten und gen&uuml;sslich ihr Eis schlabberten. Der Collie fragte, wo genau er jetzt wohnte. Nick erz&auml;hlte von der kleinen Doppelhaush&auml;lfte, das seine Mutter mit Hilfe einer gek&uuml;ndigten Lebensversicherung angezahlt hatte und in den n&auml;chsten Jahren wie zu den Raten einer teuren Miete abstottern w&uuml;rde. Dann sprachen sie erneut &uuml;ber die 8A und der Kanide lachte, als er h&ouml;rte, wie chaotisch es in Nicks Klasse zuging. &bdquo;Ja, die A hat da so ihren Ruf weg ... zurecht. Aber mach dir nichts draus, wenn du willst, k&ouml;nnen wir in der Pause abh&auml;ngen.&ldquo;<br />Der Kater blickte von seinem beinahe leeren Eisbecher auf. Ein Rest Sahne hing ihm an den Lippen. &bdquo;Mit dir?&ldquo;<br />&bdquo;Klar,&ldquo; strahlte Flo ihn an. &bdquo;Ich mag dich.&ldquo;<br />Nick machte gro&szlig;e Augen. &sbquo;Ich mag dich?&lsquo; Was ging denn jetzt ab?<br />Scheinbar im selben Moment bemerkte auch Florian, wie zweideutig diese &Auml;u&szlig;erung r&uuml;bergekommen war. &bdquo;Also ... du bist nett, ich meine ...&ldquo;<br />Der Kater lachte verlegen. Was f&uuml;r ein unangenehm schwuler Moment f&uuml;r Flo, aber auch f&uuml;r Nick. Seine Ohren kribbelten, er wollte die Situation auflockern. &bdquo;Hey, ist da was in deinem Eis von dem ich nix wei&szlig;?&ldquo; grinste er. &bdquo;Was? Also ... nein, was sollte ...?&ldquo;<br />&bdquo;Sch&ouml;nen Schuss Vodka, dass du so redest oder so?&ldquo; Flo verstummte und lie&szlig; seinen Kopf sinken. Er betrachtete besch&auml;mt seine Krallen, die den leeren Pappbecher hielten. Hatte Nick zu viel gesagt? Der Collie tat ihm leid, er war ruhig und zitterte leicht. Beinahe wirkte er, als k&auml;mpfe er mit einer unangenehmen Erinnerung. &bdquo;Flo? Hab` ich ...?&ldquo;<br />Nach einer kurzen Pause berappelte sich der junge Collie und sch&uuml;ttelte entschlossen den Kopf. &bdquo;Nee, sorry, hab` mich nur bl&ouml;d ausgedr&uuml;ckt.&ldquo;<br />&bdquo;Macht nix, ich wei&szlig; was du meinst, mag dich auch,&ldquo; best&auml;tigte er. Geteiltes Leid war halbes Leid. Sein Satz klang mindestens genauso schwul, das sollte doch jetzt helfen. Es half! Sie berappelten sich und tauschten weiter Details ihres Lebens aus. Beide skateten gerne, surften gelegentlich im Internet und hatten noch keine Freundin. Flo zeigte sogar Interesse an Nicks Science-Fiction Hobby und gestand, dass er noch immer &sbquo;Magic&lsquo; spielte, das Sammelkartenspiel. Auch wenn an seiner Schule nur J&uuml;ngere das viel massentauglichere Yu-Gi-Oh spielten, so hatte er seine Karten f&uuml;r eine regelm&auml;&szlig;ige Spiel- und Sammelgruppe in einem &ouml;rtlichen Fantasyladen.<br />&bdquo;Hey, wenn du willst k&ouml;nnen wir ja morgen zusammen skaten,&ldquo; schlug Flo vor.<br />Nick war begeistert von der Idee, nur klang die Skatebahn, von der der Kanide berichtete alles Andere als leicht. Bisher war er mit seinen Inlinern nur auf geraden Stra&szlig;en gefahren. &bdquo;Hm, gerne, aber du musst mir das langsam beibringen.&ldquo;<br />&bdquo;Und du zeigst mir daf&uuml;r mal eine Sci-Fi-Serie.&ldquo; Flo hielt ihm die Pfote entgegen.<br />&bdquo;Deal!&ldquo; Nick schlug ein. &bdquo;&Auml;h, sag mal hast du Schoner f&uuml;r mich?&ldquo;<br />&bdquo;Klar, brauchst du auch einen Helm? Ich hab` alles doppelt.&ldquo;<br />&bdquo;M-joar.&ldquo;<br />Sie verabredeten sich f&uuml;r morgen direkt nach der Schule.<br />Nach einer weiteren halben Stunde verabschiedete Nick sich und stieg in seinen Bus. Die ganze Fahrt dachte er &uuml;ber seinen neuen Freund nach. Sie waren doch jetzt befreundet?! Doch, ja, Florian hatte ihm sogar ein Eis spendiert, f&uuml;r das der Kater sich gleich am n&auml;chsten Tag revanchieren wollte.<br />Als er aus dem Bus stieg kam es ihm vor, als betrete er eine andere Welt. Die vergangenen zwei Wochen war ihm das kleine Haus in dem sie zu Dritt renovierten und wohnten wie etwas Neues, Fremdes vorgekommen, fast so, als w&uuml;rden sie nach einer vorbestimmten Zeit wieder abreisen und er k&auml;me zur&uuml;ck in die ihm vertraute Heimat. Jetzt aber kam er aus der Schule, einem noch viel neueren und unbekannteren Ort. Im Gegensatz dazu bot ihm das Haus eine fast schon angenehme Vertrautheit. Ja, er f&uuml;hlte sich auf gewisse Weise zu Hause. Hier w&uuml;rde sein Leben die n&auml;chsten Jahre verlaufen. Seine Mutter war noch bei der Arbeit. Er hoffte, dass sie es hier in der Distanz schaffte, sich von den anstrengenden Erlebnissen mit seinem Beinahe-Stiefvater Peter zu erholen. Beide, seine Schwester und er hatten &uuml;ber Monate mit ihr gelitten und zusammengehalten. Kurz vor dem Umzug hatten sich die Geschwister untereinander sogar versprochen, gute Kinder zu sein und ihr nicht unn&ouml;tig Stress zu bereiten. <br />Sandra w&uuml;hlte sich im Obergeschoss durch einen Karton voll mit Geschirr, das fr&uuml;her einmal im Wohnzimmerschrank gestanden hatte. Noch immer waren etwa zwanzig Kartons quer im ganzen Haus verteilt und warteten darauf, dass sie ausgepackt und ihr Inhalt auf Regale, Schr&auml;nke oder andere Aufbewahrungsorte verteilt wurde.<br />&bdquo;Hey, Nicky, wie war`s?&ldquo; Sie war die Einzige, die ihn Nicky nennen durfte. &bdquo;Hier, das kannste gleich auf`n Dachboden bringen.&ldquo;<br />&bdquo;Hey, geht so.&ldquo; Er legte seinen Rucksack ab und schleppte eine offene Kiste mit Krimskrams die wackelige Leiter hinauf.<br />&bdquo;Bei mir sind alle ganz nett, ich hab` zehn neue Handynummern oder so. Und n&auml;chste Woche bin ich eingeladen zum Wellnessschwimmen.&ldquo; Sie strahlte stolz.<br />&bdquo;M-jo, ich bin morgen verabredet. Skaten.&ldquo;<br />&bdquo;Cool, siehste? Und du hast gesagt, Klassenkameraden sind keine guten Freunde.&ldquo; Sie befreite goldrandiges Sonntagsgeschirr aus Zeitungspapier.<br />Nick &ouml;ffnete einen Karton und klappte ihn gleich wieder zu als er sah, dass er voller Weihnachtsdekoration war: Ein Weihnachtskater, Rauschgoldkatzen, Sterne. Daf&uuml;r war es noch etwas fr&uuml;h, also auch Dachboden. &bdquo;Ehrlich gesagt, ist er kein Klassenkamerad. <br />Parallelklasse.&ldquo;<br />&bdquo;Ach, das ist doch das Gleiche.&ldquo; Sie wurde ruhiger. &bdquo;Wie geht`s Mama?&ldquo;<br />&bdquo;Wei&szlig; nicht, ganz normal.&ldquo; Er erinnerte sich, dass er sie weggedr&uuml;ckt hatte, als sie ihn umarmen wollte und sch&auml;mte sich f&uuml;r sein Handeln. &bdquo;Sch&auml;tze, sie braucht noch Zeit.&ldquo;<br />&bdquo;M-hm. Hier, das kann in die K&uuml;che.&ldquo;<br />Gemeinsam schafften sie drei weitere Kartons, bevor ihre Mutter nach Hause kam. Sie arbeitete bereits seit einer Woche in einer neuen Filiale ihrer Drogeriekette. Dankbar blickte sie auf die leeren Kartons und bereitete ihren leckeren Thunfisch-Nudelauflauf zu. Sandra und Nick erz&auml;hlten auch ihr von ihrem ersten Schultag. Der Kater erweiterte seine Erz&auml;hlung um Florian und ihren Abstecher in die Eisbar. Dann fragte er, ob er etwas Geld bek&auml;me, um sich morgen f&uuml;r das Eis zu revanchieren.<br />&bdquo;Klar, geb ich dir dann mit. Sch&ouml;n, dass du einen Freund gefunden hast,&ldquo; freute sie sich. &bdquo;Aber skaten auf einem Platz? Du wei&szlig;t, ich mag es nicht, wenn du ohne Schoner f&auml;hrst. Wenn du dir welche zum Geburtstag w&uuml;nschst, aber der ist ja erst im Winter. Und ... so einfach aus der Reihe. Wir sind knapp bei Kasse. In einem Monat kann ich vielleicht ...&ldquo; &bdquo;Die bekomm` ich von Flo,&ldquo; unterbrach Nick sie. <br />&bdquo;Oh? Na dann, viel Spa&szlig; euch morgen. Wie sieht`s aus mit Schulaufgaben?&ldquo;<br />&bdquo;Nur Physik, mach` ich gleich noch.&ldquo;<br />Kurze Zeit sp&auml;ter sa&szlig; er &uuml;ber seinem Heft und setzte sich mit Spannungen und Stromst&auml;rken auseinander. Er hatte keine Sorge, dass er mit dem Stoff an sich nicht hinterherkam, aber in der lauten Klasse w&uuml;rde es nicht einfach werden, dem Unterricht zu folgen. <br />K&ouml;nnte er die Klasse vielleicht irgendwie wechseln?<br />&sbquo;Na, warten wir erstmal ab&lsquo;, entschied er. Obwohl der Gedanke, mit Florian in einer Klasse zu sein ihm schon verlockend erschien. Dieser Border Collie ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Noch nie zuvor hatte Nick &uuml;ber einen Freund / Mitsch&uuml;ler so viel nachgedacht. Immer wieder erschien das ehrliche kanidische L&auml;cheln vor seinem geistigen Auge, sogar noch als er sp&auml;ter mit geputzten Z&auml;hnen und ohne Kleidung im Bett lag. Dieser wei&szlig;e Fleck, der sich am Hals des Hundes hinab zog und im Saum des T-Shirts verschwand. Wie weit er wohl hinunterreichte? Bestimmt war er auf H&ouml;he der Brust zu Ende. Ob Flo noch weitere solche Flecken besa&szlig;? Er versuchte sich den Collie ohne T-Shirt vorzustellen. In seiner Fantasie dichtete er dessen rechter Flanke eine weitere wei&szlig;e Stelle hinzu, einfach nur, weil es symmetrisch aussehen w&uuml;rde. Als er sich dann fragte, welche Farbe sein Bauchfell und die Region darunter wohl haben w&uuml;rde, schreckte er hoch. Seine Felltasche hatte begonnen, sich zu spannen. Was tat er hier eigentlich, wieso dachte er &uuml;ber den Schritt eines anderen Jungen nach? Und wieso wurde er ...? Genervt von seiner Latte drehte er sich auf den R&uuml;cken, holte seine rote M&auml;nnlichkeit aus ihrer&nbsp;&nbsp;Tasche und pfotete sich. Er lie&szlig; die Ballen immer wieder &uuml;ber die empfindlichen Noppen gleiten und japste, als ihn eine erste angenehme Welle durchfuhr.<br />Weit entwickelt war er auch jetzt nicht, sein Penis war gerade mal gro&szlig; genug, dass er ihn endlich mit einer Pfote umschlie&szlig;en konnte. Fl&uuml;ssiges Precum lie&szlig; ihn flutschig werden und er wuchs zu seiner vollen H&auml;rte. <br />Wieder kam ihm Flo`s Gesicht in den Sinn, es war die Erinnerung, wie er neben ihm im Gras des Parks gesessen und sein Eis gegessen hatte. Nick hielt nicht an, er wichste sich weiter, versuchte seinen neuen Freund zu verdr&auml;ngen, aber irgendwie blieb der hartn&auml;ckig dort.<br />Als er kam, st&ouml;hnte er leise und dr&uuml;ckte seinen R&uuml;cken durch. Klares, jugendliches Sperma schoss im Hohen Bogen bis hinauf zu seiner Brust. Mit ein paar Taschent&uuml;chern wischte er sich trocken und drehte sich auf die Seite. Endlich schien sein Kopf Ruhe zu geben, die Ersch&ouml;pfung nach dem Orgasmus lie&szlig; ihn schnell einschlafen, ohne dass er Florian noch ein weiteres Mal sah. <br />Am n&auml;chsten Morgen hatte er Gl&uuml;ck, er war als Erster auf und konnte ungest&ouml;rt duschen. Noch w&auml;hrend seine Mutter das Fr&uuml;hst&uuml;ck zubereitete, hatte der Kater seinen Stundenplan ordentlich in einen gekauften Pappplan &uuml;bertragen und diesen aufgeh&auml;ngt. Heute w&uuml;rde er Spezieskunde haben, dann langweiliges Zeugs, wie Deutsch und Erdkunde. Erst im letzten Moment erinnerte er sich an seine Verabredung und packte seine Skates ein.<br />Die Schule bot ihm das vertraute Bild vom Vortag. Er hielt Ausschau nach Tina und ihren Spie&szlig;gesellen, aber die waren, sehr zu seiner Erleichterung, nirgends zu sehen. Seine Klasse fand er ohne Probleme. Korky begr&uuml;&szlig;te ihn halbherzig und verwickelte ihn in ein Gespr&auml;ch &uuml;ber seine Biotop-AG, ein Thema das Nick zwar nicht im geringsten interessierte, Korky daf&uuml;r aber umsomehr mitzurei&szlig;en schien. Entweder wollte dieser den Kater ihn mit der wahren Informationsflut f&uuml;r die AG begeistern, oder ihm - was Nick wahrscheinlicher erschien - auf diesem Wege die Warnung zukommen lassen: &sbquo;Komm da blo&szlig; nicht hin, sonst wirst du wie ich!&lsquo; <br />&bdquo;... und die ganzen Herbstgew&auml;chse kommen jetzt auch so richtig raus. Wir haben neuen D&uuml;nger dieses Jahr verwendet. Aber das Seegras mochte das &uuml;berhaupt nicht, also mussten wir mit einer Teichplane das Blumenbeet vom Wasserkreislauf des Seerosenteichs trennen. Dazu haben wir ...&ldquo;<br />Er gab erst Ruhe, als die Lehrerin endlich eintraf. Als sie ihn fragte, wie er von ihr angesprochen werden wollte, antwortete der Kater &bdquo;Nick ist okay,&ldquo; bevor die Farbratte &sbquo;Nicci&lsquo; schreien konnte. <br />Flo blieb die Pausen &uuml;ber verschollen, die meiste Zeit &uuml;ber tigerte Nick &uuml;ber den Schulhof, er klapperte alle Ecken ab, aber fand den Collie nirgends.<br />Die letzte Stunde vor Beginn des Wochenendes zog sich wie Kaugummi. Es war beinahe so, als habe jemand z&auml;hfl&uuml;ssiges Karamell in das R&auml;derwerk der Uhr gegossen. <br />Jedes Mal, wenn Nick hinaufblickte, waren nur zwei, h&ouml;chstens drei Minuten vergangen, es war qu&auml;lend. Das schienen auch die Chaoten zu finden, denn sie taten alles M&ouml;gliche, nur Stillsitzen und Lernen war nicht dabei. Der Kater seinerseits wollte doch auch nur endlich zum Skaten.<br />Als sie schlie&szlig;lich alle von der entnervten Lehrerin, einer Fledermaus mit gl&auml;nzend ledrigen Fl&uuml;geln, ins Wochenende entlassen wurden, bekamen sie zum Abschluss noch eine aufwendige Hausaufgabe aufgebrummt, es war eine klare Bestrafung daf&uuml;r, dass die letzte Stunde mehr Geschrei und Unruhe als produktives Lernen gewesen war. Aber das war Nick in diesem Moment egal, er rannte als Erster los und stellte sich genau an den Zaunpfeiler, der das Haupttor begrenzte. Dort hielt er Ausschau nach Flo.<br />Der Collie kam kurz nach dem Gong zur n&auml;chsten Stunde. Er war v&ouml;llig au&szlig;er Atem, strahlte aber gl&uuml;cklich und winkte, als er Nick entdeckte. &bdquo;Hey, cool! Da bist du ja.&ldquo;<br />&bdquo;Ja, hey!&ldquo; Das freundliche Gesicht nur zu sehen lie&szlig; das Herz des Katers h&ouml;her schlagen.&ldquo;<br />&bdquo;Hier, ich hab` alles dabei, hab`s nur von Dan aus`m Auto holen m&uuml;ssen, hat etwas l&auml;nger gedauert, sorry!&ldquo; Er deutete auf ein B&uuml;ndel aus Skates, Schonern und zwei Helmen. &bdquo;Ja, cool. Wo geht`s lang?&ldquo;<br />&bdquo;Wir k&ouml;nnen hinskaten wenn du willst, oder hast du eine Monatskarte?&ldquo;<br />Nick war es unangenehm zuzugeben, dass es seiner Familie durch den Umzug finanziell nicht so gut ging. Seine Schwester hatte eine Karte bekommen, da sein Schulweg aber auf dem Arbeitsweg seiner Mutter lag, hatten sie beschlossen, dass sie ihn morgens fuhr oder er g&auml;nzlich alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren w&uuml;rde - sobald es repariert war, hie&szlig; das. &bdquo;Nee, hab` ich keine, Skaten klingt gut.&ldquo;<br />&bdquo;Na dann ...&ldquo; Flo setzte sich auf einen Fahrradst&auml;nder und entknotete seine Schn&uuml;rsenkel. <br />Zehn Minuten sp&auml;ter hatten sie besagten Skateplatz erreicht. Es war ein gro&szlig;er, betonierter Platz mit einer Abfahrt von einem ebenfalls betonierten H&uuml;gel, mehreren Rampen, einer Grindstange, einer Treppe auf der man sitzen konnte am Rand und das alles war umgrenzt von Rasen, auf dem sogar eine Funpipe stand. Nur wenige Meter neben diesem Bereich lag ein Verkehrs&uuml;bungsplatz f&uuml;r Fahrradfahrer, der offenbar schon vor l&auml;ngeren Zeiten aufgegeben worden war.<br />&bdquo;Ist ideal f&uuml;r Rundenrennen,&ldquo; kommentierte Flo, als er das Interesse des Katers an den unz&auml;hligen Kreuzungen und Kurven bemerkte.<br />Schon auf dem Weg hierher hatte sich herausgestellt, dass der Collie ein wesentlich ge&uuml;bterer Skater war als Nick, auch wenn der als Felide die besseren speziesbedingten Voraussetzungen haben sollte. Was ihm fehlte war die &Uuml;bung.<br />Einige andere Welpen und Jugendliche fuhren umher, in der Ferne kickten vier Furs einen Ball &uuml;ber den Rasen. Die anf&auml;ngliche Angst des Katers, dass bei all dem Verkehr auf den Platz Zusammenst&ouml;&szlig;e an der Tagesordnung seihen, war unbegr&uuml;ndet. Auch, wenn man mit ordentlich Schwung den H&uuml;gel hinunterdonnerte, schaffte es scheinbar jeder, in fl&uuml;ssigen Bewegungen den Anderen auszuweihen. Er brauchte zehn Minuten, um sich an die Abfahrt zu gew&ouml;hnen, es war gar nicht so schwer wie er gedacht hatte. Bald schon fuhr er locker von der halben H&ouml;he des H&uuml;gels und steigerte sich mit jedem Mal.<br />Nach einer Weile setzten sie sich ins Gras, tranken etwas und verschnauften.<br />&bdquo;Boah, zehn Minuten Pause,&ldquo; verk&uuml;ndete Flo und zog sich das T-Shirt aus. Nick tat es ihm gleich. Der schwache Wind k&uuml;hlte jetzt wesentlich besser. Nach einem weiteren Schluck aus seiner Flasche schielte der Kater zu seinem Freund hin&uuml;ber, er befriedigte seine Neugier, die ihm von seinen &Uuml;berlegungen am Vorabend noch immer im Kopf herumspukte und besah sich die Fellzeichnung des Kaniden.<br />&Auml;hnlich wie Flo es vermutet hatte, setzte sich auch beim Collie das Erwachsenenfell gegen den Welpenflaum durch, nur noch vorne am Bauch schien das Fell weicher zu sein. Er hatte ebenfalls Recht, was den zweiten wei&szlig;en Fleck anging, es gab ihn tats&auml;chlich. Er befand sich an der rechten Flanke und zog sich bis hinunter in den Hosenbund, schien dort aber auch zu enden. Was Nick jedoch noch viel mehr faszinierte war der dritte, der knapp oberhalb der G&uuml;rtelschnalle begann und von unbestimmter Gr&ouml;&szlig;e nach unten ausgepr&auml;gt war. Als habe er einen R&ouml;ntgenblick wanderte sein Blick tiefer. Er starrte genau auf den Reisverschluss und die dezente Beule, die sich darunter abzeichnete und schreckte mit einem Mal hoch, als ihm bewusst wurde, wo er einem anderen Jungen gerade hinguckte.<br />Flo hatte sich bewegt. Ihr Blick traf sich und Nick zog ein Kribbeln den Nacken hoch, durch den Kopf, bis hoch in die Ohren. Wie peinlich! Der Collie musste einfach bemerkt haben, was er gerade getan hatte, oder etwa nicht? Falls dem so war, erw&auml;hnte er es nicht, er hechelte und grinste ihn nur an. &bdquo;Und ...? Was sag`ste?&ldquo; Er nickte in Richtung des Platzes.<br />&bdquo;Gef&auml;llt mir, aber mir fehlt noch &Uuml;bung.&ldquo;<br />&bdquo;Die kommt, na los, Runde zwei. Meinst du, du schaffst den ganzen H&uuml;gel?&ldquo; &bdquo;Finden wir`s raus.&ldquo;<br />Sie zogen sich wieder an, schnallten ihre Schoner fester und nur Minuten sp&auml;ter meisterte Nick die Abfahrt ohne Hilfe. Dennoch wich ihm Flo kaum von der Seite. Der Kater vermutete, dass er gerne selber viel waghalsigere Man&ouml;ver ge&uuml;bt oder - wer wei&szlig; - sich sogar auf die Funpipe getraut h&auml;tte, aber er blieb bei seinem Katerfreund. Irgendwann sprach der ihn darauf an. Flo`s Ohren knickten ein und er wirkte unangenehm getroffen. &bdquo;Nun, ich ... falls du den Halt verlierst, dachte ich,&ldquo; stammelte er regelrecht. &bdquo;Sorry, ich wollte nicht ...&ldquo;<br />&bdquo;Ach, nix los, ich steh` nur nicht so auf`s Kuscheln beim Fahren, zumindest nicht mit Typen,&ldquo; scherzte Nick, und zwinkerte neckisch. Es sollte nur ein Spruch sein, etwas, um sie beide aufzuheitern, aber irgendetwas war. Unter dem wei&szlig;en Fell wurde Flo rot.<br />Hatte er etwas Falsches gesagt? So schlimm war das doch nicht?!<br />&bdquo;Hm-mh,&ldquo; stimmte der Collie zu und starrte dennoch leer auf den Betonboden.<br />&bdquo;Komm, jeder f&uuml;r sich, ich fall` schon nicht hin, keine Sorge!&ldquo;<br />Was auch immer Florian so unangenehm war, es hielt die n&auml;chste halbe Stunde an. Sein Enthusiasmus, der die letzten zwei Tage f&ouml;rmlich aus ihm herausgespr&uuml;ht war, schien versiegt, nur halbherzig rollte er &uuml;ber den Platz. Als er dann auch noch einen BeinaheZusammensto&szlig; mit einem jungen Vielfra&szlig; verursachte, schien er das kaum bemerkt zu haben. Weil sich der Zustand des Kaniden auch danach nicht ver&auml;nderte, bremste Nick am Rand des Rasens und winkte ihn zu sich.<br />&bdquo;Alles in Ordnung? Wenn ich was Falsches gesagt habe, dann tut es mir leid, wei&szlig;t du, in meiner alten Klasse haben wir st&auml;ndig solche Spr&uuml;che gebracht.&ldquo; Er konnte sehen, wie die Worte in seinem Freund arbeiteten. Sie schienen ihn zu erreichen.<br />&bdquo;Ja, sorry, &acute;s is` nur ...&ldquo; Dann sah er verlegen beiseite. Seine Ohren hingen noch immer. <br />Nick tat der Collie leid, mehr sogar als es einer seiner fr&uuml;heren Freunde getan h&auml;tte. Dann hatte er eine Idee, er hatte ja noch immer das Geld von seiner Mutter. &bdquo;Komm, ich lad` dich auf ein Eis ein, wei&szlig;t schon, wegen gestern.&ldquo; Erwartungsvoll legte er den Kopf schief.<br />Der schwarz-wei&szlig;e Tail wedelte, noch bevor Flo zustimmte. &bdquo;Okay!&ldquo;<br />&bdquo;Jenny? Oder gibt`s hier auch was Gutes?&ldquo;<br />Der Kanide sch&uuml;ttelte den Kopf. &bdquo;Wenn du`s gut willst, dann Jenny.&ldquo;<br />Nick ignorierte die Zweideutigkeit in dem Satz, er hatte schon genug angerichtet mit Spr&uuml;chen. &bdquo;Dann lass uns.&ldquo;<br />Bergauf war die Fahrt auf Skates weitaus beschwerlicher als andersherum, so dauerte es m&uuml;hselige f&uuml;nfzehn Minuten, bis sie hechelnd &uuml;ber die kleine Stufe hinein in die Eisdiele stiegen. Der Fliesenboden war sehr glatt und Nick rollte prompt einen halben Meter weiter als er wollte. Fuchtelnd hielt er sich am Tresen fest und grinste gespielt, so als habe er die unbeholfenen Bewegungen irgendwie absichtlich vollf&uuml;hrt.<br />&bdquo;Oh, hi Jungs,&ldquo; begr&uuml;&szlig;te Jenny sie. &bdquo;Tut mir einen Gefallen, setzt euch mit den Dingern nach drau&szlig;en, ich komme zu euch.&ldquo;<br />Der Kater stellte sich einen Krokantbecher zusammen, der so s&uuml;&szlig; war, dass seine Zunge immer nur einen halben L&ouml;ffel vertrug. Flo blieb beim &sbquo;&Uuml;blichen&lsquo; - ohne Streusel.<br />Ganz allm&auml;hlich taute der Border Collie auf und schien bald wieder er selbst zu sein. Nick &uuml;berlegte, ob er seinen Freund auf die komische Situation ansprechen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Stattdessen schwieg er und &uuml;berlie&szlig; dem Schwarzwei&szlig;en die Er&ouml;ffnung des Gespr&auml;chs.<br />&bdquo;Und wie gef&auml;llt dir der Platz? Du kommst ja schon ganz gut klar, wie`s scheint?!&ldquo;<br />Der Kater grinste stolz. Das stimmte, er hatte schnell gelernt und war begierig darauf, auch die anderen Rampen zu meistern. &bdquo;Gef&auml;llt mir gut, das m&uuml;ssen wir mal wieder machen.&ldquo;<br />&bdquo;Gebongt, n&auml;chste Woche irgendwann?&ldquo;<br />&bdquo;Ja, muss mal sehen, was der Stundenplan so sagt.&ldquo;<br />&bdquo;Ich blick` auch noch nicht durch.&ldquo;<br />Nick &uuml;berlegte, er wollte sich f&uuml;r die Einladung zum Skaten ebenso revanchieren, wie er es bei dem Eis getan hatte, aber wie? Er kannte doch nichts in dieser Stadt. Er k&ouml;nnte Florian lediglich zu sich nach Hause einladen, aber da stand noch alles voll mit Kartons. Auf der anderen Seite war sein Zimmer weitestgehend fertig, sogar die Krallenkratzschienen hatte seine Mutter ihm angebracht. Das w&uuml;rde schon irgendwie gehen. &bdquo;Flo?&ldquo; Der Tail des Kaniden wedelte erneut, als er angesprochen wurde.<br />&bdquo;H&auml;ttest du Lust mich ...&ldquo; Sein Bauch zog. Irritiert hielt er inne. Wieso fiel es ihm pl&ouml;tzlich schwer, eine derart simple Einladung auszusprechen? Er war ja regelrecht nerv&ouml;s. Sein Tail tanzte unter dem Stuhl. &bdquo;... mich am Wochenende zu besuchen?&ldquo; Seine Fingerspitzen kribbelten.<br />&bdquo;Oh? Ja?! Ich meine, ja, wann denn?&ldquo;<br />&bdquo;&Auml;h ...&ldquo; So weit hatte er die ganze Sache noch gar nicht bedacht. &bdquo;Heute ist schlecht, wir packen Kartons aus und bauen einen Schrank in Sandras Zimmer auf ... das` meine Schwester.&ldquo;<br />&bdquo;Also Samstag?&ldquo; fragte Flo. Seine Ohren hatten sich seinem Gespr&auml;chspartner erwartungsvoll zugedreht. &bdquo;Ja, sch&auml;tze das geht.&ldquo;<br />&bdquo;Ich kann auch beim Auspacken helfen,&ldquo; schlug der Kanide vor. Er schien von der Idee, Nick zu besuchen ebenso begeistert.<br />&bdquo;Das ...&ldquo; Er &uuml;berlegte. &bdquo;Willst du wirklich?&ldquo;<br />&bdquo;Klar, wir k&ouml;nnen ja auspacken und dann gucken wir eine von deinen Serien.&ldquo; &bdquo;Battlestar hab` ich neu,&ldquo; schlug Nick vor.&ldquo;<br />&bdquo;Geht die lange?&ldquo;<br />&bdquo;Mehrere Stunden, die schaffen wir nicht an einem Nachmittag, nichtmal an Zwei.&ldquo;<br />&bdquo;Vielleicht machen wir mal einen Marathon? Lassen einfach laufen und schauen mal, wie weit wir kommen?&ldquo; &bdquo;Mit &Uuml;bernachten meinst du?&ldquo;<br />Flo zuckte zusammen bei dem Wort. Er stellte die Ohren dennoch wieder auf. &bdquo;J-ja klar, warum nicht? Ich meine wenn`s bei dir nicht geht ...&ldquo;<br />&bdquo;Muss ich mal fragen, n&auml;chstes Wochenende?&ldquo;<br />&bdquo;Ja, sonst geht bestimmt bei mir, ich werd` auch fragen. Dann wechseln wir uns ab.&ldquo;<br />&bdquo;Wenn du mir daf&uuml;r dein Kartenspiel erkl&auml;rst.&ldquo;<br />Flo`s Gesicht hellte sich auf. &bdquo;Gebongt! Und morgen steht auch?&ldquo; &bdquo;Morgen steht,&ldquo; best&auml;tigte Nick.<br />Sie a&szlig;en ihr Eis und skateten noch eine gute Stunde weiter, bevor sie Handynummern tauschten und der Kater sich verabschiedete. Mit einem guten Gef&uuml;hl im Bauch fuhr er nach Hause. Zwei Verabredungen in Aussicht zu haben tat ihm sehr gut.<br />Seine Mutter war bereits in der K&uuml;che. Sandra hing am Telefon und unterhielt sich aufgeregt mit einer ihrer alten Freundinnen. Es ging um irgendeinen Jungen, f&uuml;r den sie schw&auml;rmte. <br />&sbquo;M&auml;dchen&lsquo;, dachte er am&uuml;siert.<br />&bdquo;Und dann hat er mich auf eine Cola eingeladen, ja einfach so. Was? Nein nat&uuml;rlich nicht. Aber am Montag sehen wir uns wieder. Er ist so s&uuml;&szlig;. Ich wei&szlig;, dass du keine ... du wei&szlig; schon ... magst, aber er`s so ...&ldquo; Es folgte ein Quietschlaut, der Nicks Trommelfell durchbohrte. Als er sie ihm Wohnzimmer zur&uuml;cklie&szlig; und seinen Kram in sein Zimmer brachte, h&ouml;rte er den zweiten Teil ihres Gespr&auml;ches: &bdquo;Lucy, ich glaube ich bin verknallt. Wie? Wei&szlig; ich, ich bin immer total aufgeregt wenn ich bei ihm bin. Ich darf nicht durchflippen ...&ldquo;<br />Der Kater r&auml;umte seine Schulsachen weg, jetzt war erstmal Wochenende. Warum konnte nicht jede Woche so sein, nur zwei Tage Schule, Skaten, Eis essen?! So konnte es weitergehen.<br />Beim Abendessen erz&auml;hlte ihre Mutter, dass sie aufgrund des halben Monats, den sie nur gearbeitet hatte, weniger Geld bekommen w&uuml;rde und sie den G&uuml;rtel daher etwas enger schnallen m&uuml;ssten. Es gab den Nudelauflauf vom Vortag. Sie beschwor Nick, dass er am Wochenende sein Fahrrad reparieren sollte.<br />&bdquo;Und Kinder, stellt nichts an, ich bitte euch, wir k&ouml;nnen uns im Augenblick nichts erlauben.&ldquo;<br />&bdquo;Mama, wir stellen doch nichts an?!&ldquo; antwortete Sandra entr&uuml;stet.<br />Nick schwieg. Bisher hatten sie ihrer Mutter wirklich kaum &Auml;rger gemacht, aber seine &Uuml;bernachtungspl&auml;ne waren damit hinf&auml;llig, er wollte die schmale Familienkasse nicht mit einem zus&auml;tzlichen Maul zu stopfen belasten. Zum Gl&uuml;ck hatte Flo sich angeboten. Vielleicht, so &uuml;berlegte er, gab es f&uuml;r ihn eine M&ouml;glichkeit, etwas Geld zu verdienen? Mit Rasen m&auml;hen? Das w&uuml;rde er die n&auml;chsten Tage mal ausloten. <br />Als er am Abend die undankbare Deutschhausaufgabe begann (sie umfasste das Lesen zweier Kapitel aus &sbquo;Der Schimmelreiter&lsquo;), schweiften seine Gedanken, wie schon am Vortag, h&auml;ufig ab. Immer wieder sah er Flo. Er hatte echt Spa&szlig; gehabt bei ihrem gemeinsamen Skatenachmittag. Dann erinnerte er sich an das Stimmungstief des Collies nach seinem Spruch. Hatte er wirklich so gewaltig &uuml;ber die Str&auml;nge geschlagen? Er rief sich seinen Spruch erneut vor Augen.<br />Irgendwas mit &sbquo;ich steh nicht so auf Typen&lsquo;, oder &sbquo;auf Kuscheln&lsquo; oder so, das war doch okay, sie waren doch beide nicht schwul, was sollte daran also ...?<br />Nick legte das Buch weg. Eine Zeit lang starrte er auf seine Schreibtischoberfl&auml;che, dann ging er noch immer nachdenklich die Treppen hinunter und putzte sich die Z&auml;hne. Mit einem Mal hielt er inne und guckte mit gro&szlig;en Augen sein Spiegelbild an. Wei&szlig;er Schaum tropfte ihm das Kinn hinab. Der Gedanke den er hatte, war so absurd wie passend. Wenn Flo nun auf ... Typen stand? Dann h&auml;tte er wom&ouml;glich so reagiert. Der n&auml;chste Gedanke folgte noch viel beunruhigender: Was, wenn Flo auf IHN stand? Er sp&uuml;lte aus und verwarf die Idee gleich wieder. Ach was, Schwul war ein Spruch, eine Beleidigung, die man sich an den Kopf haute. Allenfalls waren das bunt gekleidete Tuckenk&ouml;ter, die in den Nachrichten grelle Paraden abhielten oder lederbekleidete B&auml;ren und Tiger, wie in dieser Bar aus Police Academy, aber Flo? - Neee!<br />Sp&auml;ter im Bett, w&auml;hrend seine Finger wie selbstverst&auml;ndlich an seiner Felltasche spielten, war dieser Gedanke aber immer noch nicht ganz verschwunden. Viel schlimmer, er hatte sich von einem Akuten Verdacht weg und hin zu einer fixen Idee festgesetzt, ein &Uuml;berbleibsel, wie ein unangenehmer Beigeschmack.<br />Florian.<br />Nick war dankbar, dass er so schnell einen so netten Freund gefunden hatte, mit ihm konnte er sich h&auml;ufige Verabredungen vorstellen, nicht so wie fr&uuml;her alle Jubeljahre mal ein Treffen hier und ein gemeinsames Schwimmengehen da. Er dachte zur&uuml;ck und sah den s&uuml;&szlig;en Collie erneut, wie er neben ihm auf dem Gras gesessen hatte mit seinen wei&szlig;en Flecken, die so interessant zu beobachten gewesen waren. Speziell der eine. Der Kater staunte nicht schlecht, er war hart geworden und das von dem halbherzigen Gefummel?! Oder war es etwa nicht seine eigene Ber&uuml;hrung, war das der Gedanke an Flo?<br />&sbquo;Ach was, Schluss mit dem Thema jetzt!&lsquo; befahl er sich selber. Er pfotete sich schnell und unspektakul&auml;r und schlief z&uuml;gig ein.<br />Der Samstag begann abrupt, Nick schlief, bis ihn gegen neun Uhr Ger&auml;usche aus dem Flur weckten. Ein lautes Poltern, ein Schleifen und die Stimmen seiner Mutter sowie Schwester zeugten von deren Versuch, den W&auml;schetrockner an den ihm zugedachten Platz in der Waschk&uuml;che zu bef&ouml;rdern. Er stand auf, schl&uuml;pfte in seine Klamotten und half mit. Zu Dritt schafften sie es. Wer brauchte schon einen dauerbesoffenen Kerl im Haus, wenn er ihn, seine Mutter und Schwester hatte?<br />&bdquo;Mama, darf Florian heute zu Besuch kommen?&ldquo; fragte er beim gemeinsamen Fr&uuml;hst&uuml;ck.<br />&bdquo;Heute Nachmittag? Aber da wolltet ihr doch den Schrank aufbauen, den ihr gestern <br />Abend nicht mehr geschafft habt.&ldquo;<br />&bdquo;M-ja, schon. Aber er w&uuml;rde auch mit aufbauen. Hat er extra gesagt,&ldquo; fiel Nick wieder ein.<br />&bdquo;Oh, also wenn das so ist, helfende Pfoten sind immer willkommen.&ldquo;<br />&bdquo;Cool, danke.&ldquo; Nach dem Essen schrieb er Flo eine SMS und schlug vor, dass er 14 Uhr bei ihm sein sollte. Voller Tatendrang r&auml;umte er sein Zimmer auf, saugte, l&uuml;ftete und schnallte sich schlie&szlig;lich die Skates um. Er hatte ja noch was zu erledigen ...<br />Der Supermarkt war nicht weit weg und das schwarze Brett hing voll mit Arbeitsangeboten f&uuml;r Sch&uuml;ler und 400&euro; Kr&auml;fte. Er suchte sich drei davon raus, in denen f&uuml;r Rasenm&auml;hen, Babysitten und Nachhilfe eine Entlohnung angeboten wurde und rief die angegebenen Telefonnummern an, sobald er wieder zu Hause war. Seine Mutter war schwer beeindruckt von seinem Enthusiasmus.<br />Ein Rentner bot ihm an, f&uuml;r zwanzig Euro monatlich seinen Rasen zu m&auml;hen, jedoch nur bis Oktober, weil die Gartensaison dann eh vorbei sei. Nick sagte zu, kritzelte sich die Adresse auf ein Post-it und sie machten einen Termin f&uuml;r n&auml;chsten Dienstag aus. Das war doch schon mal was! Die Nummer f&uuml;r den Babysitterjob warf er weg, das w&auml;re wohl nichts f&uuml;r ihn, aber bei dem Nachhilfegesuch rief er noch an. Es konnte nicht schaden, zwei Eisen im Feuer zu haben. Es meldete sich eine Frau Sumani mit indischem Akzent, die ziemlich erleichtert klang, dass sich jemand auf ihren Aushang meldete. Ihr Sohn Majiit war acht und br&auml;uchte Nachhilfe in Deutsch und Mathe und sie w&uuml;rde ihm zehn Euro pro Sunde zahlen, wenn er seine Sache gut machte. Majiit hatte am Donnerstag Zeit, also hatte er schon zwei Verabredungen in der n&auml;chsten Woche. Das lief ja wie am Schn&uuml;rchen. Wenn er sich in beiden Jobs bew&auml;hren w&uuml;rde, h&auml;tte er bald schon genug Geld, um mit Florian mithalten zu k&ouml;nnen und Eis oder Bustickets zu bezahlen, ohne die Haushaltskasse zu schr&ouml;pfen. Er informierte seine Mutter von seinen Pl&auml;nen.<br />&bdquo;Solange du dadurch deine Schule nicht vernachl&auml;ssigst, habe ich nat&uuml;rlich nichts dagegen,&ldquo; versicherte sie ihm. &bdquo;Ich freue mich sogar.&ldquo; Ihre Augen wurden feucht. &bdquo;Ach, ich habe schon liebe Kinder.&ldquo; Damit dr&uuml;ckte sie ihn an sich.<br />&bdquo;Mama, nicht,&ldquo; beschwerte er sich. So gerne er ihr auch Half und in dieser schwierigen Zeit f&uuml;r sie da war, im Augenblick war er viel zu voller Tatendrang, um sich die Ruhe f&uuml;r eine Umarmung zu nehmen.<br />Er dachte an Florian. Es war bereits nach Zw&ouml;lf und im Haus regierte das Chaos. Nick investierte weitere zehn Minuten, um Ordnung in sein Zimmer zu bringen und begann dann, mit Sandra zusammen die Verpackungselemente des Schlafzimmerschrankes die Treppe hinaufzuschleppen.<br />Mittags gab es nur M&uuml;sli, f&uuml;r mehr reichte ihre Zeit nicht. Ihre Mutter versprach am Abend ein Blech Pizza zu backen; sie hatte sich ein Tuch um den Kopf gebunden und sah aus wie eine flei&szlig;ige Erin Brockovic.<br />Punkt Vierzehn Uhr klingelte es. Nick war sofort auf den Beinen und rannte als Erster zur T&uuml;r. Bekleidet mit einer d&uuml;nnen Jacke, dunkelrotem T-Shirt und Dreiviertelhose begr&uuml;&szlig;te ihm Florian im Eingang. Vor dem Haus stand ein SUV, aus dem eine Border Colliedame ihm zuwinkte, als er &uuml;ber die Schwelle trat. Er winkte zur&uuml;ck. Die Jungs beschr&auml;nkten sich auf ein lapidares &sbquo;Hi&lsquo;, dann stellte der Kater seinen Freund seiner Familie vor. Flo verhielt sich auch hier sehr nett, seine Mutter kommentierte seine Begr&uuml;&szlig;ung mit: &bdquo;Du musst Florian sein.&ldquo; Sie sagte zwar nicht &sbquo;Nicolas hat schon sooooo viel von dir erz&auml;hlt&lsquo;, aber ihre Tonlage deutete den unterdr&uuml;ckten Folgesatz quasi an. Hatte er das wirklich? Er kannte den monochromen Kaniden doch erst zwei Tage.<br />Auch mit Sandra verstand er sich auf Anhieb. Zu dritt steckten sie die Elemente des mehrteiligen Schrankes zusammen, verschraubten und h&auml;mmerten die R&uuml;ckw&auml;nde und T&uuml;ren an und unterhielten sich w&auml;hrenddessen. Sie schienen sich gegenseitig sehr sympathisch zu finden.<br />F&uuml;r eine kleine Schrecksekunde musterte Nick den Collie, nicht, dass er seiner Schwester irgendwo hingaffte, immerhin war sie nur knapp zwei Jahre &auml;lter als er und trug f&uuml;r die Arbeit ein schlabberiges T-Shirt, das in manchen Posen erschreckend viele Einblicke gew&auml;hrte. Das fehlte ihm noch, dass Flo sich am Ende noch f&uuml;r sie interessierte. Aber seine Sorge schien unbegr&uuml;ndet. Tailposition, K&ouml;rperhaltung, alles sprach dagegen, die beiden unterhielten sich einfach nur.<br />Keiner von ihnen hatte gro&szlig; Erfahrung im Aufbauen von M&ouml;beln, au&szlig;er der, die sie in den letzten zwei Wochen gesammelt hatten, aber mit Hilfe der Anleitung und einer Stunde Zeit, schafften sie es. Nicks Mutter war begeistert und bedankte sich bei allein Dreien. Sandra verzog sich nach dem Wegr&auml;umen der ganzen Pappe in ihr Zimmer und auch <br />Nick f&uuml;hrte Florian in sein Reich.<br />Ein Bett, ein Schreibtisch, zwei kleine Schr&auml;nke und ein alter Fernsehtisch, mehr war es nicht, aber mehr war auch nicht n&ouml;tig. Der Collie bewunderte die gro&szlig;e Sammlung verschiedener Science-Fiction-Serien auf dem Regal. Nick hatte derweil Gl&auml;ser, Limonade und eine T&uuml;te Chips geholt.<br />&bdquo;Ich dachte das ist uralt?&ldquo; fragte Flo, als er &sbquo;Battlestar Galactica&lsquo; in den Pfoten hielt.<br />&bdquo;M-ne, das ist eine ganz neue Verfilmung. Die ist super. Wenn du willst?!&ldquo;<br />&bdquo;Ja klar, das ist mit Robotern, oder was?&ldquo;<br />&bdquo;Nein, nicht ganz, die Cylonen ...&ldquo; Er holte die erste DVD aus der H&uuml;lle. &bdquo;Ach ... sieh`s dir einfach an. Du hast sowas bisher nie geguckt?&ldquo;<br />&bdquo;N&ouml;, ich guck Fantasy, Herr der Ringe, Eragon, Hauptsache Drachen. Ich hab` sogar ein Drachendeck bei &sbquo;Magic&lsquo;.&ldquo;<br />Was auch immer das hie&szlig;, Flo schien sehr stolz darauf zu sein, also machte Nick ein anerkennendes Gesicht. &bdquo;M-hmh.&ldquo;<br />Der Collie lachte, er hatte ihn durchschaut. &bdquo;Erkl&auml;r` ich dir n&auml;chste Woche,&ldquo; versprach er.<br />&bdquo;Okay. Ich dachte immer, Science-Fiction und Fantasy seihen zu verschieden, um miteinander klarzukommen?&ldquo;<br />Flo`s Ohren stellten sich hochaufmerksam auf. Seine Augen leuchteten, das hatte er schon mal geh&ouml;rt, und er wusste auch, wo: &bdquo;Sag mal, kennst du die &sbquo;Phineas und Ferb&lsquo;Folge, mit der SciFi und Fantasy-Convention?&ldquo; Scheinbar in der selben Sekunde bereute er seine Frage.<br />Aus Nicks Sicht gab es daf&uuml;r keinen Grund, denn ohne es zu wissen hatte der Collie ins Schwarze getroffen. Dabei dachte er, er w&auml;re der Einzige in seinem Alter, der diese Serie noch guckte. &bdquo;Ja, kenn` ich, die`s genial.&ldquo;<br />&bdquo;Ja, wie sie w&uuml;rfeln im Kampf!&ldquo;<br />&bdquo;... und mit ihren Taschenlampen.&ldquo;<br />&bdquo;... und Inhalatoren.&ldquo; &bdquo;Glorf!&ldquo;<br />Sie lachten beide. Nick tat das sehr gut, er merkte wie er locker wurde. Am&uuml;siert schaute er Flo ins Gesicht, auch der Kanide hatte die Lefzen zu einem breiten Grinsen hochgezogen. Ihr Blick traf sich und Nick sah in die braunen Augen seines Gegen&uuml;bers. Ohne es zugeben zu wollen, f&uuml;hlte er sich sehr wohl, mehr noch, beinahe hingezogen zu Flo. Ihr L&auml;cheln erstarb und beide zogen eine Verlegenheitsgrimasse.<br />&bdquo;Ja,&ldquo; sagte er matt, in der Hoffnung, diesen f&uuml;r ihn peinlichen Moment damit zu beenden. Auch Florian wirkte pl&ouml;tzlich angespannt, er hatte sich auf Nicks B&uuml;rostuhl gesetzt und in Richtung Fernseher gedreht. Sein Tail dr&uuml;ckte sich fest gegen seinen Oberschenkel.<br />Auf dem Bildschirm war inzwischen das Hauptmen&uuml; der Pilotfilm-DVD zu sehen. Nick deutete auf den Start-Button und fragte: &bdquo;Soll ich?&ldquo;<br />Das beendete die Situation endg&uuml;ltig. Ach Flo rieb sich verlegen die Ohren und nickte dann. &bdquo;Ja, mach los!&ldquo; &bdquo;Englisch oder deutsch?&ldquo;<br />&bdquo;Warum englisch?&ldquo;<br />&bdquo;Ist besser,&ldquo; erkl&auml;rte Nick. &bdquo;Schwieriger zu verstehen, aber einfach ... echter.&ldquo;<br />&bdquo;Kenn` ich, vom &sbquo;Magic&lsquo;-Spielen. Da ist englisch auch immer besser als die bl&ouml;den deutschen Karten. Na gut, lass uns englisch gucken, auch, wenn ich da vermutlich nur die H&auml;lfte verstehe.&ldquo;<br />&bdquo;Ach was, nach &acute;ner halben Stunde bist du drin, glaub` ma`!&ldquo;<br />Die ersten Minuten, in denen das geplatzte Zylonentreffen und danach viel von Dr. Baltar, einem etwa drei&szlig;igj&auml;hrigen Wolf und seiner (imagin&auml;ren) blonden Colliefreundin gezeigt wurde, dachte Nick &uuml;ber diesen letzten, peinlichen Moment nach. Was war blo&szlig; los, dass sowohl er als auch Flo so schnell in derartige Situationen gerieten, so verlegen. &Uuml;berhaupt verhielt er sich dem Border Collie gegen&uuml;ber viel unsicherer, als er es bei Anderen tat. Es kam ihm vor, als achtete er in dessen Gegenwart weit &uuml;ber die Ma&szlig;e auf sein eigenes Benehmen. Warum war es ihm so wichtig, wie er sich benahm, wie er r&uuml;berkam? Letzten Endes war der Kanide doch auch &sbquo;nur&lsquo; ein neuer Freund.<br />Andersrum war es das Gleiche. Er schielte hin&uuml;ber. Im Glanz des schwarzen Fells schimmerte das Leuchten des Fernsehers um Flo`s Augenh&ouml;hlen und Nase. F&uuml;r einen kurzen Moment zuckte dessen Blick in seine Richtung, fixierte sich dann aber &uuml;bertrieben starr auf den Fernseher als er bemerkte, dass der Kater ihn anblickte. Nick fiel auf, dass die Hunderute sich daraufhin noch angespannter an dessen Becken dr&uuml;ckte. Nur eine Sekunde lang starrte er auf die Rundung von Flo`s Hintern, als ihn ein Verdacht wie ein Hammerschlag traf: Das, was er nur eine knappe halbe Stunde zuvor verworfen hatte, n&auml;mlich dass Flo sich interessiert gegen&uuml;ber Sandra verhalten h&auml;tte, erkannte er nun umso deutlicher ... und weitaus irritierender. Denn scheinbar ging es dem Collie gar nicht um Sandra oder sonst irgendwen. <br />All diese Anzeichen ...<br />Es ging um IHN!<br />Nicolas Behring. Flo verhielt sich, als sei er ein M&auml;dchen, auf das er steht. St&auml;ndig dies Verlegene und so ...<br />Aber damit nicht genug, umgekehrt war es genauso. Auch er selber ...?!<br />Ein unangenehmes Prickeln zog bis hinunter in seine Fingerspitzen. Der Gedanke war zu absurd, doch die Hinweise passten ... seine Anspannung, dies &uuml;bertriebene Nerv&ouml;ssein, das st&auml;ndige An-Florian-Denken.<br />&sbquo;Ach quatsch&lsquo;, dachte Nick und verwarf seine These. Er startete seine Beweisf&uuml;hrung neu, das konnte ja so nicht stimmen da gab es bestimmt etwas, das er &uuml;bersehen hatte. Aber auch im zweiten Anlauf kam er zu dem gleichen Ergebnis: Beide waren sie nerv&ouml;s in der Gesellschaft des jeweils Anderen, beide schielten sich an, er f&uuml;r seinen Teil hatte Florian sogar auf den Hintern geguckt und es genossen. Und was war das beim Pfoten abends? Die Tailhaltung des Kaniden sprach auch f&uuml;r dessen starke Angespanntheit. Nicks Kopf wurde ihm hei&szlig;, der Raum schien sich um ihn herum einzuengen. Das konnte nicht stimmen, er war doch nicht schwul?! Und der Collie doch auch nicht? Wie k&auml;me er darauf, einen anderen Jungen attraktiv zu finden?<br />Oder spielte ihm sein Verstand einen Streich, deutete er sein und Flo`s Verhalten einfach nur falsch? Bestimmt war es das, - nein - das MUSSTE es einfach sein! Eine ganze Zeit lang versuchte er, sich das einzureden, sich selber davon zu &uuml;berzeugen, aber da blieb etwas, ein Zweifel. Die Beweise waren schlichtweg zu erdr&uuml;ckend.<br />Aber ... Das konnte nicht richtig sein, er wollte sich selber einen Irrtum nachweisen, er musste sich einfach irren! Und Flo w&uuml;rde ihm dabei helfen m&uuml;ssen. Nur wie? Er konnte doch nicht einfach fragen?<br />Keiner von beiden sagte etwas, erst als Starbuck, eine plietsche Leopardin das erste Mal auftrat, erkl&auml;rte er dem Collie mit matter Stimme, dass diese Rolle fr&uuml;her - in der ersten Version der Serie - von einem m&auml;nnlichen Dachs gespielt wurde. Sein Freund nickte nur stumm.<br />Starbuck - nat&uuml;rlich! Nick hatte eine Idee.<br />&bdquo;Sie`s sexy, oder?&ldquo; fragte er stolz. Er fand das zwar nicht wirklich, sie war viel zu alt f&uuml;r ihn, aber er hatte die Beobachtung gemacht, dass andere Jungs auch gerne mal so &uuml;ber all die Jay-Lo`s und Halle Berrys dieser Welt redeten.<br />&bdquo;Hm, was?&ldquo;<br />&bdquo;Die ist sexy, oder?&ldquo; wiederholte Nick.<br />Die erwartete (erhoffte) eindeutige Zustimmung blieb aus. &bdquo;M-naja ...&ldquo; &bdquo;Nicht?&ldquo;<br />Florian z&ouml;gerte mit seiner Antwort. &bdquo;Nicht mein Fall,&ldquo; verk&uuml;ndete er schlie&szlig;lich. Die Rute kringelte sich wieder unsicher gegen dessen Bein.<br />&bdquo;Weil?&ldquo; dr&auml;ngte Nick weiter. Er brauchte einfach Gewissheit.<br />Der Collie schien nachdenklich. Oder wusste er einfach nicht, wie er damit umgehen sollte? &bdquo;Wie &sbquo;Weil&lsquo;? Die`s nicht mein Fall, ganz einfach!&ldquo;<br />&bdquo;Weil sie weiblich ist?&ldquo;<br />Nick erstarrte. Er hatte seinen Gedanken ausgesprochen, ohne es geplant zu haben. Es war ihm einfach so rausgerutscht. Er w&uuml;nschte die Worte zur&uuml;ck in seinen Mund, aber es half nichts, die Frage stand bereits im Raum.<br />Florian setzte sich aufgeschreckt auf und blickte ihm fassungslos in die Augen? &bdquo;Was hast du gerade gefragt?&ldquo;<br />Der Collie hatte ihn verstanden, daran bestand kein Zweifel, sich rausl&uuml;gen half jetzt nichts mehr. Nick wiederholte die Frage Wort f&uuml;r Wort.<br />Florian legte die Pfoten ineinander und drehte sich seinem Gespr&auml;chspartner zu. Keiner von ihnen beachtete noch die Geschehnisse auf dem Bildschirm. &bdquo;Ich ...&ldquo; begann er.<br />Nick kribbelte der Kopf.<br />&bdquo;Ich wei&szlig; nicht, ich sch&auml;tze schon,&ldquo; gab Flo zu.<br />Stille.<br />&sbquo;DRADIS contact&lsquo;, t&ouml;nte es aus den Boxen. Die Galactica startete die Viperstaffeln.<br />&bdquo;Echt jetzt?&ldquo; Etwas besseres fiel Nick nicht ein. Seine Pfoten zitterten, genau wie die des Collies. <br />Wieder Schweigen.<br />Die schwarzen Ohren legten sich an, Flo wirkte sehr verunsichert. Er nickte zaghaft, fast geistesabwesend. Wie sollte der Kater sich nur verhalten? Er konnte nur erahnen, wie sein Freund sich im Moment f&uuml;hlte. Nick wollte helfen, ja, Hilfe schien ihm das Richtige <br />zu sein. Er dr&uuml;ckte &sbquo;Pause&lsquo; und fasste dem Kaniden an die Schulter. &bdquo;Hey, alles okay?&ldquo; Keine Reaktion. Neben ihnen im TV tobte die Schlacht.<br />&bdquo;Ich erz&auml;hl`s nicht weiter, keine Sorge!&ldquo;<br />Das schien zu wirken. Flo l&ouml;ste seine Starre und blickte ihn an. Seinen Augen waren feucht und er zitterte am ganzen K&ouml;rper.<br />&bdquo;Nick, du bist der Erste, dem ich das erz&auml;hle ...&ldquo; Er legte eine Pause ein. &bdquo;... ich glaube ich mag keine M&auml;dchen ... oder Weibchen allgemein,&ldquo; f&uuml;gte er hinzu.<br />Diesmal war es Nick, der keine Reaktion zeigte. Er war wie eingefroren, gebannt wartete er auf die n&auml;chsten Worte seines Colliefreundes.<br />Der spannte seinen gesamten K&ouml;rper an, um das Folgende &uuml;ber die Lippen zu bringen. &bdquo;Ich mag ... Jungs.&ldquo; Er schluckte und blickte dem Kater direkt in die Augen. &bdquo;Ich bin schwul.&ldquo;<br /></span>",
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